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Frauentag in Bocklemünd – Schwestern der Welt

Ein Thema, beleuchtet aus verschiedenen Blickwinkeln, prägte zum zehnten Mal in 14 Jahren den Frauentag im Kirchenkreis Köln-Nord. Am traditionellen Veranstaltungsort, der Auferstehungskirche in Köln-Bocklemünd fanden sich über 100 Teilnehmerinnen ein, um sich aktiv mit der Bedeutung der Schwestern der Welt auseinander zu setzen. In sechs Workshops drehte sich alles um die mal geliebten, mal gehassten Familienmitglieder, um Schwestern in biblischen Geschichten und in der Musik. Und auch um Schwestern in der Heilkunde und Schwestern im Geiste, starke Frauen der Reformationszeit, die prägende Spuren hinterlassen haben.

Mutige Bibelvorbilder: Schifra und Pua
Besonderer Beliebtheit erfreut sich seit Jahren der Bibelworkshop. In diesem Jahr ging es um die Hebammen Schifra und Pua im zweiten Kapitel Moses. Die hatten sich dem Auftrag des Königs von Ägypten widersetzt, männliche Nachkommen der Hebräerinnen gleich bei der Geburt umzubringen. Um zu zeigen, was man von den beiden mutigen Frauen lernen kann, schlüpften die beiden Theologinnen Monika Crohn und Ulrike Graupner in deren Rollen.

Großer Zulauf bei afrikanischem Tanz
Absoluter Renner unter den Angeboten war die „Werkstatt für afrikanischen Tanz und Lebensfreude“. Elisabeth Bamwanga und Senait Kahsai, zwei Afrikanerinnen aus der Gemeinde Bickendorf, weihten die mehr als 30 Teilnehmerinnen in farbenprächtigen Gewändern in die Geheimnisse des afrikanischen Tanzes ein. Mitgebracht hatten sie ein buntes Stirnband für alle. So waren die Teilnehmerinnen in der Mittagspause leicht zu erkennen und sorgten für viel Gesprächsstoff.

Extra lange Mittagspause
Nach einem ausgefüllten Vormittagsprogramm mit dem Frauenkabarett Dornrüttchen und dem Barbershop-Chor Femmes Vocales zum Einstieg und der ersten Workshoprunde gab es eine ausgiebige Mittagspause. Sie ist „Teil des Programms“, erklärte Pfarrerin Uta Walger, „denn dann tauschen sich die Teilnehmerinnen miteinander aus, sprechen mit uns Theologinnen oder treffen sich am Bücherstand“. In diesem Jahr konnten die Veranstalterinnen dann als besondere Attraktion eine eigens von Gemeindegliedern gebackene Jubiläumstorte verteilen.

Angebot für Ehrenamtlerinnen
Organisiert wird der traditionell mit einem Gottesdienst abschließende Frauentag von den Pfarrerinnen im Kölner Norden. Er richtet sich an die Ehrenamtlerinnen der 15 nördlichen Gemeinden von Worringen über Chorweiler bis hin zu Bedburg, Bergheim und Pulheim im Rhein-Erftkreis. Das diesjährige Thema "Schwestern der Welt" war nicht ganz zufällig gewählt, denn vor zwei Jahren hatten 12 Theologinnen im Kirchenkreis Köln-Nord die "Sorores Mundi-Stiftung" gegründet. Getreu der protestantischen Tradition setzt sich diese besonders für den Bereich Mädchenbildung und Frauenförderung ein. Jedes geförderte Projekt wird einmal von einer Delegation besucht. So reisen Christina Schlarper, Susanne Zimmermann und Sybille Noack-Mündemann bald nach Sambia, in den Süden des afrikanischen Kontinents, und besuchen ein von der Stiftung gefördertes Mädchenwohnheim.

Doppeljubiläum an der Auferstehungskirche
Schon einen Tag nach dem zehnten Jubiläum des Frauentags gab es in Köln-Bocklemünd einen weiteren Grund zum Feiern: dann beging Pfarrerin Uta Walger mit der Gemeinde die Feier zum zehnjährigen Bestehen der Auferstehungskirche.

Text: Anne Siebertz
Foto(s): Anne Siebertz