In der Keupstraße in Mülheim erinnerten 2015 viele Menschen an die Opfer des Anschlages durch eine Nagelbombe



Evangelische Kirche in Köln verurteilt Flugblattaktion gegen Muslime

Mit großem Entsetzten hat die Evangelische Kirche in Köln und Region auf die rechtsextremistischen Flugblätter kurz vor dem Jahrestag des NSU-Anschlages in Köln reagiert. Die Kölner Polizei hatte mitgeteilt, dass Unbekannte im Kölner Ortsteil Mülheim Flugblätter mit rechtsextremistischen Inhalten verteilt hatten. Der Staatsschutz ermittelt in der Sache wegen Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen. Neben Aufrufen zur Gewalt gegen Muslime enthalten die Flugblätter, die auch in der Presse verbreitetet wurden, Hakenkreuzdarstellungen und antisemitische Aussagen.

„Es ist unerträglich, dass Flugblätter mit dem Aufruf zu Gewalt gegen Muslime in unserer Stadt verteilt werden“, sagte Pfarrer Rolf Domning, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. „Wir verurteilen dies aufs Schärfste. Das ist ein Angriff auf unsere Religionsfreiheit und unsere Demokratie. Wir treten für ein friedliches Miteinander von Christen und Muslimen ein. Als Mitglied im Kölner Rat der Religionen stehen wir für gegenseitige Achtung, Akzeptanz und Toleranz. Sie sind ebenso Grundlagen des gemeinsamen Handelns wie die Achtung der Menschenrechte, die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung des religiösen Bekenntnisses des jeweils anderen. Dazu gehört die Ablehnung von Diskriminierung, Antisemitismus und jeglicher Form des Rassismus.“

Am Pfingstsonntag, 9. Juni, wird in Köln der Opfer des Nagelbombenanschlags und der Opfer des NSU-Terrors bundesweit gedacht. Am gleichen Tag findet auch das Festival der Religionen im Bürgerhaus Stollwerck statt. Schirmherrin der Veranstaltung ist Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

 

Text: APK
Foto(s): Anna Neumann