Das bolivianische Ensamble Moxos kommt nach Köln



Ensamble Moxos präsentiert bolivianische Passion und indigene Folklore

Mit der „Pasión de Nuestro Señor Jesucristo“ bringt das bolivianische Ensamble Moxos am kommenden Mittwoch, 2. Mai, eine echte Rarität des sogenannten „Missionsbarock“ in die „Hauptstadt der Alten Musik“. In der Kölner Kartäuserkirche (Südstadt) wird das Ensemble für Alte Musik ihr neues Album „Pasíon Moxos“ vorstellen, auf der die bolivianische Passion aus dem 17./18. Jahrhundert zum ersten Mal erscheint. Erst vor kurzer Zeit konnte das Werk dank umfangreicher Quellenforschung in den Missionsarchiven von Moxos und Chiquitos vervollständigt und rekonstruiert werden.

„Triumph der Humanität“
„Sowohl die CD-Aufnahme als auch die Aufführung sind eine echte Premiere des Ensamble Moxos“, schreibt Toño Puerta, Mitglied des Ensembles, im Programmheft. „Durch die historische Instrumentenbesetzung – u.a. Viola da gamba, Blockflöten, Querflöte und Oboe aus der Barockzeit – versuchen wir, einer der bedeutendsten Kompositionen aus unserem Archiv gerecht zu werden.“ Die Gruppe von 10 Instrumentallehrern und 12 Schülern widmet sich unter der Leitung von Dirigentin Raquel Maldonado der Pflege – ausschließlich auf historischen Instrumenten – des musikalischen Erbes der tropischen Region Moxos im bolivianischen Regenwald. Dort gründete die Jesuitenmission im 17. Jahrhundert Siedlungen, in denen sie gemeinsam mit Indigenen lebten und in kulturellen Austausch traten, bis die Jesuiten 1767 vertrieben wurden. Der Aufklärungsphilosoph Voltaire bezeichnete die sogenannten „Jesuitenreduktionen“ als „Triumph der Humanität“. Die Musik – sowohl die europäische Barockmusik, als auch die indigene Folklore – spielte dabei eine zentrale Rolle. Seitdem die Siedlungen 1990 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurden, blüht die Musik aus den Jesuitenreduktionen wieder auf.

Neben der barocken Musik spielt natürlich auch die Leidenschaftlichkeit der bolivianischen Volksmusik eine wichtige Rolle auf dem neuen Album „Pasíon Moxos“. Mit „Carnavalito“ und „Verso a San Antonio“ sind zwei mündlich überlieferte Stücke aus dem Territorio Indígena Parque Nacional Isibore Sécure (TIPNIS) auf der neuen CD vertreten. Mit den traditionellen Musikerinnen und Musikern der TIPNIS-Region steht das Ensamble Moxos in lehrend-lernendem Austausch.

 


Termin:
„Moxos“ spielt Barockmusik aus Bolivien
Datum: 02. Mai 2018
Ort: Kartäuserkirche, Kartäusergasse 7, 50678 Köln
Beginn: 19 Uhr
Eintritt frei!

Text: Felix Eichert
Foto(s): Antonio Puerto