Bu 1 v.l. Engagement zugunsten des Klimas - das wollen Timo Göhringer, Hanno Sparbier-Conradus, Andrea Vogel und Peter Ebenfeld anstoßen



Engagement in Sachen Klimaschutz Pilotprojekt bringt Heizung auf Vordermann

Viele Immobilienbesitzer kennen das Phänomen: Beim Überprüfen der Heizungsanlage kommt es recht schnell zu kleinen Unstimmigkeiten. Mal stimmt der angegeben Tag-/Nachtrhythmus nicht mit den eigentlichen Bedürfnissen überein, mal ist der Wasserdruck nicht ganz korrekt. „Es sind oft Kleinigkeiten, die einfach übersehen werden und dann aber dazu führen, dass der Energieverbrauch unnötig hoch ist”, weiß Timo Göhringer, Energieberater der Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) aus Erfahrung. „Dabei, so haben wir festgestellt, macht es durchaus einen Unterschied, ob in einem Gebäude gewohnt wird oder ob es sich zum Beispiel um eine Kirche oder einen Kindergarten oder ein Verwaltungsgebäude handelt”, so der Experte.

Die Arbeit des Pilotprojektteams

Gemeinsam mit seinem Team ist er nun in einem Pilotprojekt damit beschäftigt, innerhalb einer Woche 75 Kirchen, Gemeindehäusern und Gebäude in 15 Gemeinden aus dem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch zu überprüfen. „Wir alle müssen viele kleine Schritte tun und diese in den Alltag integrieren”, betont Pfarrerin Andrea Vogel, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, mit Blick auf die aktuelle Klimadiskussion. Mit der Optimierung der Heizungsanlagen wolle man einen solchen, gar nicht ganz so kleinen, Schritt gehen.

Optimierung von Heizungsanlagen

Im März gab es zu dem innovativen Projekt eine Auftaktveranstaltung, in der die Energieberater erste, kleine Stellschrauben vorstellten. „Oft geht man davon aus, dass zum Beispiel in einer neuen Heizungsanlage alle Einstellungen optimal sind – dies ist aber nicht zwingend der Fall”, erklärt Göhringer. Beispielweise seien Kindergärten in der Regel wochentags von 7 bis 16 Uhr „bewohnt“ – die Standardeinstellung einer Heizung geht aber von einem Wohngebäude aus, in dem die Menschen von morgens 6 bis abends 22 Uhr Wärme benötigen. Nicht immer könne man aus einer Optimierung der Anlage sofort einen geringeren Verbrauch ableiten, „gerade wenn die Nutzungskonzepte so unterschiedlich sind, es die Veränderung nicht zwingend so vorsehen”, fügte der Berater hinzu.

Neben den Einstellungen der Anlage werden aber auch einzelne Bestandteile, wie die Pumpen und andere Details überprüft. „Wir dokumentieren dabei alle Veränderungen und geben diese Unterlagen den Teilnehmern mit, so dass nachvollziehbar wird, was wir optimieren”, fügt der Energieberater an. „Das begrüßen wir sehr, denn am Ende muss jeder merken, dass er selber in der Verantwortung steht”, beschreibt Hanno Sparbier-Conradus, Synodalbeauftragter des Kirchenkreises für Umweltfragen, eine weitere Idee des Projektes.

Ausweitung des Projektes

Peter Ebenfeld, Geschäftsführer und Verwaltungsleiter des Verwaltungsverbandes Köln-Rechtsrheinisch, ergänzt: „Die Sache ist kein reiner Selbstläufer, denn in den Gemeinden muss Personal für solche Aufgaben bereit gestellt werden. Dennoch überlegen wir schon jetzt konkret, das Pilotprojekt auszuweiten und auf andere zu übertragen”. Es gebe 37 Kirchenkreise in der Landeskirche und schon jetzt viele Anfragen nach dieser im Grunde einfach umzusetzenden Form des Klimaschutzes. Die Bewahrung der Schöpfung und somit auch der Klimaschutz seien ein klarer Auftrag, den Kirche habe. „Wir überlegen auch, ob man perspektivisch weitere Berater schulen lassen kann”, so Ebenfeld. „Wir müssen eine Art Lastenheft aufstellen, dann können wir den Prozess in die Breite weiterentwickeln”, überlegt Hanno Sparbier-Conradus. „Im kommenden Jahr werden wir über den Verlauf des Projektes und unsere Erkenntnisse sicher berichten”, kündigt Vogel an. Auch so soll die weitere Entwicklung des Projektes gefördert werden.

Der Heizungscheck wird momentan von Experten aus Baden-Württemberg umgesetzt und kostet pro Gebäude 450 Euro. Diese Kosten teilen sich der Evangelische Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch und die EKiR anteilig auf.

Text: Judith Tausendfreund
Foto(s): Judith Tausendfreund