Eintreten für die Menschenwürde – „I have a Dream“

Eintreten für die Menschenwürde – „I have a Dream“

I have a dream

Vor genau 57 Jahren, am 28. August 1963, fand der Marsch auf Washington statt, auf dem Dr. Martin Luther King seine unvergessene „I Have a Dream“-Rede hielt. Wie aktuell und noch unerfüllt ist das Anliegen, dass alle Menschen gleich welcher Hautfarbe gleiche Rechte und gleiches Ansehen genießen! Seit dem gewaltsamen Tod von George Floyd blickt die ganze Welt in den letzten Monaten auf die USA. Doch nicht nur dort werden Menschen alleine auf Grund ihrer Hautfarbe oder Herkunft benachteiligt, diskriminiert oder gar ermordet. Die Ereignisse rütteln auf, auch uns.

Black lives matter

Black lives matter – jedes Leben zählt, weil alle Gottes Kinder sind.
Auch in unserem Land ist es an der Zeit, gegen Rassismus und für respektvollen Umgang untereinander einzutreten. Die Anschläge der letzten Monate gegen Minderheiten und die Diskriminierungen im Alltag, denen Schwarze Menschen ausgeliefert sind, brauchen unsere Aufmerksamkeit. Wir müssen fragen: Wo erleben wir Alltagsrassismus in der Schule, im Arbeitsleben und im öffentlichen Raum?

Menschenwürde

Die Menschenwürde ist wie das Recht auf Leben das höchste Gut in unserem Grundgesetz. Wer diese Würde bei sich selber spürt, vergisst leicht, dass Schwarze Menschen oft andere Erfahrungen machen. Diese gilt es zu hören, sich darauf einzulassen und davon zu lernen. Christen wissen darum, dass die Würde des Menschen ein Geschenk und unverfügbar ist. Aber auch unsere Sicht ist oft zu kurz. Christlicher Glaube leitet dazu an, hinzusehen, sich auf die Rassismus-Frage einzulassen und selbstkritisch in Bezug auf Sprachgebrauch, die eigene nationale Geschichte und das Verhalten im Alltag zu sein.

Ich begrüße es, dass die Kundgebung am 28. August um 18 Uhr auf dem Neumarkt, die unter anderem vom Bündnis „Köln stellt sich quer“ und der Black Community organsiert wird, das Thema aufgreift und das Gewissen schärft.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger
Ev. Kirchenverband Köln und Region

Text: Bernhard Seiger
Foto(s): epd bild