Die Orgel in der Bayenthaler Reformationskirche muss saniert werden



Die Orgel in der Bayenthaler Reformationskirche muss saniert werden

„Wir ziehen alle Register“ – unter diesem Motto stehen die Aktionen der Bayenthaler Kirchengemeinde, wenn es um die Sanierung der Orgel aus dem Jahr 1953 geht. „Wir benötigen 250.000 Euro, um diese Sanierung durchzuführen“, erklärte Pfarrer André Kielbik anlässlich des Überraschungskonzertes in der Reformationskirche. „Wir hatten uns zu einem Brainstorming getroffen, und gemeinsam überlegt, wie wir Spenden einsammeln könnten. Wir wollten mal etwas Besonderes anbieten, und da kam uns die Idee mit dem Überraschungskonzert“, ergänzte Kantor Marc Jaquet.

Als die Idee dann zu Ende durchdacht war, gab es schon beim Sommerfest vor zwei Wochen einen Stand, an dem man sich aus einer großen Auswahl „sein“ Lied ersteigern konnte. „Bereits hier war das Feedback groß, es ist auch wirklich spannend, zu sehen, aus welcher Motivation heraus die Menschen welches Lied besonders mögen, und dann auswählen“, so Kielbik.

Maßnahmen noch bis Ende 2015
Das Motiv für das Überraschungskonzert ist der Zustand der Orgel. Denn der Orgelsachverständige der Evangelischen Kirche im Rheinland empfiehlt eine Sanierung der elektrischen, elektronischen und elektromagnetischen Anlagen, eine Generalreinigung, die Verbesserung der Windversorgung, den Austausch der instabilen Register und eine Neuintonation – da kommt einiges zusammen. „Die Reparaturanfälligkeit der Orgel nimmt von Woche zu Woche zu, daher müssen wir aktiv werden. Bis Ende 2015 sollen die Maßnahmen spätestens abgeschlossen sein“, da sind sich Kielbik und Jaquet einig.

Außergwöhnliches Repertoire an Musik
Am Abend des Konzertes standen insgesamt 30 Lieder zur Auswahl. Diese wurden durch symbolisiert durch Kisten, die in der Kirche aufgebaut wurden. Die Gäste konnten dann für einen entsprechenden Geldbetrag Bälle kaufen, diese Bälle wurden jeweils in eine Kiste gesteckt. „Und dann zählen wir alle durch, die ersten 13 Lieder, die am meisten „gevotet“ wurden, werden auch gespielt“, freute sich Marc Jaquet. „Ich habe natürlich alle Lieder geübt“, schmunzelte er. Das Repertoire war außergewöhnlich: Von Bach über Händel und Mozart hin zu Filmmusik, kölsche Lieder und Pharell Williams „Happy“ war fast alles dabei, was man auf der Orgel spielen kann.

Lieder mit vielfältigen Bedeutungen
Bevor die Versteigerung losging, erklärte der Pfarrer noch einmal das ein oder andere Detail zu den Liedern, so dass alle merkten konnten, dass auch er ein großer Musikfreund ist. Auch die Motive, sich ein bestimmtes Lied auszusuchen, wurden erwähnt: „Mal ist es ein Lied, das einen an Jemanden erinnert. Mal ist es der Name des Hundes, der motiviert. Und einer fragte mich bereits, was er unternehmen müsste, um ein Lied von Bach zu verhindern“, so Kielbig vor versammelter Mannschaft.

Überraschungskonzert wurde gelobt
„Ich finde es eine super Idee, es ist einmal etwas ganz Neues. Zum Glück hatte der Pfarrer im letzten Gottesdienst noch einmal auf das Konzert heute hingewiesen, daher sind wir hier“, sagte Britta Hellmann, die mit ihrer Tochter zu Besuch kam. „Ich suche mir ein Lied aus, welches ich kenne“, berichtete eine weitere Dame, die extra aus Rodenkirchen gekommen war, „weil ich diese Kirche sehr schätze und auf das Konzert gespannt bin“. „Die Aktion ist doppelt gut, weil die Orgel und die notwendige Renovierung so ein wenig stärker ins Bewusstsein der Gemeindeglieder rückt“, freute sich auch Kantor Jaquet, bevor er dann beweisen musste, dass er wirklich alle Lieder gut geübt hatte. Die Aktion und das folgende Konzert stießen jedenfalls auf große Begeisterung – den weiteren Verlauf der Spendeneinnahmen und alle Hintergründe zur Orgelsanierung kann man auch aktuell auf der Webseite verfolgen.

Text: Judith Tausendfreund
Foto(s): Judith Tausendfreund