Die „neue“ Trinitatiskirche
v.l. Michael Kress und Wolf-Rüdiger Spieler in der Trinitatiskirche

Die „neue“ Trinitatiskirche

In dem Sakralbau wurden alle Wände gestrichen, die Dächer neu gedeckt und das Foyer erweitert

Am deutlichsten sichtbar wird die Veränderung im ehemaligen Garderobenhaus. Die alten Büros wurden abgerissen, die Toiletten in die Nähe des Eingangs zum Foyer verlegt. Die Trinitatiskirche wurde saniert und umgebaut. Der Architekt Michael Kress von der mit den Bauarbeiten beauftragten Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG), Michael Fischer, Bauleiter der ASG, und Wolf-Rüdiger Spieler, Programm- und Organisationsleiter an der Trinitatiskirche, stellten kurz vor der ersten Veranstaltung nach der sechsmonatigen Schließung die Veränderungen vor.

Veränderungen

Im ehemaligen Garderobenhaus ist nun eine Teeküche untergebracht. Spieler kann sich vorstellen, in dem neu gewonnen Raum Kammermusik-Konzerte und Lesungen zu veranstalten. „Wir sind sehr gut im Zeitplan geblieben“, freute sich Kress. Und auch den Kostenrahmen in Höhe von 1,9 Millionen Euro habe man eingehalten. Das, was sonst noch neu ist, sieht man erst auf den zweiten Blick.

„Das Dach ist komplett neu mit Schiefer eingedeckt“, berichtet Kress. Auch die Fassaden habe man überarbeitet und Schadstellen ausgebessert. Auch die Gebäudetechnik ist jetzt auf dem allerneusten Stand. Allerdings auch unsichtbar. Die Elektroleitungen aus den 50er Jahren wurden ausgetauscht, die Warmluftheizung wurde überarbeitet und die Beleuchtung in der Kirche optimiert. Auch die Notbeleuchtung entspricht nun allen Vorschriften. „Natürlich erfolgte alles in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz“, sagt Kress.

Saniert wurden auch die stahlgerahmten Fenster. Im Kirchraum wurden alle Wände neu gestrichen. Dadurch ist die optische Anmutung der Versprünge, Kanten und der Kassettendecke deutlich schärfer. Die Decke ist in zartlila Licht getaucht. Das strahlt ab von Tellern, die in lichter Höhe unter der Decke angebracht sind. „Wir können mit den neuen Lampen unterschiedliche Lichtszenarien erzeugen“, erklärt Kress.

Aufwändig gestaltete sich die Einhausung der Orgel, die vor Schmutz und Staub geschützt werden musste. „Die Orgel haben wir als erste ein- und als letzte ausgepackt“, erinnert sich Spieler, dem die Orgel als Organist natürlich besonders am Herzen lag. Und weiter: „Wir haben die Kirche lange Jahre auf Verschleiß genutzt.“

Kultur- und Eventkirche

Der Kirchenmusiker, Chorleiter, Dirigent und Dozent Wolf-Rüdiger Spieler des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region organisiert das vielfältige Veranstaltungsprogramm in der Trinitatiskirche.

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region nutzt den Sakralbau seit 2010 als Kultur- und Event-Kirche. Das Programm beinhaltet besondere Gottesdienstfeiern, Orgel- und andere Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, Theateraufführungen, Tagungen und Lesungen – auch in Kooperation mit externen Einrichtungen wie der Oper Köln und dem Westdeutschen Rundfunk.

„Wir haben“, so Spieler, „die Kulturarbeit in der Kirche in den vergangenen Jahren evaluiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Sanierung lohnt.“ Die Trinitatiskirche gilt als kulturelles Schaufenster der Evangelischen in Köln.

Programm 2021

Eines der herausragenden Ereignisse im nächsten Jahr wird die Reformationsfeier am 31. Oktober 2021, 18 Uhr. Dabei wird Professorin Dr. Christiane Woopen sprechen. Thema der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates wird „Was trägt uns in Krisen? Entdeckung im Dialog“, sein. Gemeinsam mit der Partnerin Antoniterkirchengemeinde wird man zwölf Orgelvespern anbieten, davon sechs in der Trinitatiskirche. Auch die Reihe der Thomas-Messen wird fortgesetzt.

Eine Erfolgsgeschichte schreibt der Orgelimprovisationswettbewerb“ in der Trinitatiskirche. Es gibt schon Bewerbungen aus aller Welt. Um die Preisgelder wird gestritten von Dienstag, 16. März, bis Donnerstag, 18. März. Führungen durch die Kirche werden ebenfalls regelmäßig angeboten. Das Programm kann im Internet ausführlich eingesehen werden. www.trinitatiskirche-koeln.de

Spenden für einen Spieltisch

Eine Bitte hatte Spieler zum Schluss noch. „Wir möchten einen zweiten Spieltisch für die Orgel anschaffen. Wenn oben auf der Empore jemand die Orgel spielt und unten ein Chor singt, ist die Kommunikation schwierig.“ Alle Kabel für die Verbindung zwischen dem zweiten Spieltisch und der Orgel sind verlegt. Es fehlen noch der Spieltisch und 65.000 Euro, um ihn zu finanzieren. Um Spenden wird gebeten.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann