Die Kraft der Hoffnung – Gedanken für den Ostermontag von Pfarrer Mathias Bonhoeffer



Die Kraft der Hoffnung – Gedanken für den Ostermontag von Pfarrer Mathias Bonhoeffer

„Das Evangelium vom leeren Grab ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, die die Zukunft niemals dem Gegner überlässt, sondern für sich in Anspruch nimmt“, sagt Pfarrer Mathias Bonhoeffer, Großneffe des Theologen und Pfarrers Dietrich Bonhoeffer, dessen Todestag sich an Gründonnerstag zum 75. Mal jährte, in seiner Botschaft am Ostermontag. Mathias Bonhoeffer, selbst Pfarrer an der Kölner Kartäuserkirche, begeht seine Osterfeier allein auf dem mittelalterlichen Geusenfriedhof in Köln-Lindenthal.

Seine Gedanken zur Auferstehung Jesu fußen auf dem Lesungstext aus dem Markusevangelium und werden begleitet von musikalischen Impulsen des Kölner Trompeters Peter Protschka, der Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Ignaz Franz spielt. Durch die Corona-Pandemie war der gemeinsame Auferstehungsgottesdienst, der sonst auf diesem ältesten evangelischen Friedhof des Rheinlandes stattfand, in diesem Jahr nicht möglich.

Die Verse 1-8 aus Kapitel 16 des Markusevangeliums, vorgetragen von Mathias Bonhoeffers Ehefrau Sabine Bonhoeffer, berichten vom Wunder der Auferstehung Jesu, davon, dass Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome ein leeres Grab vorfinden und in Angst und Entsetzen vom Ort der Grablegung fliehen. Dennnoch können sie das Gehörte nicht verarbeiten, geschweige denn anderen weitersagen.

Eindringlich berichtet Pfarrer Mathias Bonhoeffer vom Gefühl der Verlassenheit, das die drei Frauen ergreift. Es herrscht noch keine Osterfreude, sondern tiefe Sprachlosigkeit. Dem allerdings setzt Pfarrer Mathias Bonhoeffer einen Apell entgegen: „Und doch muss über das Geschehene gesprochen werden. Muss die Sprachlosigkeit überwunden werden. Muss die Krise des Glaubens überwunden werden.“ Natürlich werde auch angesichts heutiger Gewalt, Trauer, Krankheit und Unglück die Hoffnung auf die Auferstehung immer wieder schwer beschädigt, räumt der Kölner Theologe ein, aber: „Sie wird nicht preisgegeben. Denn es muss alles neu anfangen. Immer wieder.“ Und so schließt Mathias Bonhoeffer seine Ausführungen hoffnungsvoll: Mit der Zusage, dass das Evangelium der Auferstehung die Kraft gibt, den Kopf hochzuhalten, wenn alles fehlzuschlagen scheint. „Gerade hier und jetzt und heute.“

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Text: Katja Pohl
Foto(s): Thorsten Levin