Die Kinderstadt Mini-Nippes war ein voller Erfolg!



Die Kinderstadt Mini-Nippes war ein voller Erfolg!

Das Zusammenleben in einer Stadt kann so schön sein – das bewiesen die insgesamt rund 300 Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren im Ferienprojekt Mini-Nippes, das zum dritten Mal in den beiden ersten Sommerferienwochen von der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Nippes in Kooperation mit der ev-angel-isch gGmbH veranstaltet wurde. Kinder konnten hier die alltäglichen Abläufe einer Stadt spielerisch erfahren und leben. Bei der gekonnten Umsetzung hätte so manche Kommune neidisch werden können.
Zum dritten Mal konnten Kinder beim Ferienprojekt Mini-Nippes spielerisch die alltäglichen Abläufe einer Stadt lernen. Hier die Müllabfuhr von Mini-Nippes.
30 ehrenamtliche jugendliche Teamerinnen und Teamer, die vorher gründlich geschult wurden, betreuten die kleinen Bürgerinnen und Bürger von Mini-Nippes und gestalteten das Programm auf dem Gelände des ESV Olympia in der Werkstattstraße. Pro Woche kamen 150 Camp-Teilnehmende, darunter auch Flüchtlingskinder aus den Übergangswohnheimen Viersener Straße und Steigenberger Straße.

Zutritt für Eltern nur mit Reiseführer
„Die Plätze waren schnell vergeben“, erklärt Katrin Reher, Geschäftsführerin der ev-angel-isch gGmbH und eine der Organisatorinnen der Ferienstadt. Viele Kinder aus den Vorjahren seien wiedergekommen – zum Teil sogar für die ganzen zwei Wochen. Nur Erwachsene hatten keinen Zutritt zu Mini-Nippes – es sei denn sie „buchten“ eine offizielle Führung durch einen Reiseführer über das Gelände. „Im Vorfeld hatten wir jedoch viel Unterstützung durch die Eltern beim Aufbau. Das war einfach toll, denn ohne die hätten wir das nicht geschafft“, schildert Reher begeistert. Aber auch die 30 Teamerinnen und Teamer, die unermüdlich im Einsatz waren, seien unersetzlich. Mini-Nippes lebe von deren Engagement und Ideen. “Einige der älteren Teilnehmenden in diesem Jahr haben schon angekündigt, dass sie in den nächsten Jahren auch als Teamer mitarbeiten wollen“, freut sie sich.

Die Bewohner von Mini-Nippes müssen sogar Steuern zahlen!
Der Programmablauf in Mini-Nippes war jeden Tag gleich: Um 8.30 Uhr trafen die Kinder ein und kamen in einer von zehn Bezugsgruppen zusammen. Mittagessen gab’s um 12 Uhr und mit einer Bürgerversammlung um 15.30 Uhr beendete die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister den Tag. Im Jobcenter konnten die Kinder zwischen 24 Berufen und Tätigkeiten wählen – angefangen bei der Polizei, der Müllabfuhr, einem Radiosender oder der Zeitungsredaktion, einer Kettcar-Fahrschule, einer Cocktailbar oder Bäckerei, im Freizeitpark, im Baumarkt, beim Zirkus oder in der Tanzschule. Wer wollte, konnte den Job mehrmals am Tag wechseln. Natürlich wurde auch Geld in der Camp-Währung „Nippis“ verdient, das man dann wieder für die Angebote in der Kinderstadt ausgeben konnte – allerdings erst, nachdem ordentlich Steuern beim Finanzamt gezahlt wurden.
Im Lohnbüro konnten sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Mini-Nippes nach getaner Arbeit ihr Gehalt abholen - die Währung hieß "Nippis".
Grundprinzip "Partizipation"
Mitbestimmung ist möglich in Mini-Nippes. Jeden Montagnachmittag wurde eine neue Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister gewählt. „Seit diesem Jahr gibt es sogar eine Art Rathaus mit einem Bürgerbüro“, berichtet Reher. Hier konnten die Bewohnerinnen und Bewohner Beschwerden vorbringen, Ideen oder Verbesserungswünsche einbringen und Anträge stellen. Das Stadtoberhaupt erarbeitete danach mit seinen Mitarbeitenden Vorschläge, die in der Bürgerversammlung von allen abgestimmt wurden.
Jeder Tag in der Kinderstadt endete mit der Bürgerversammlung.
Guter und gerechter Umgang mit Demokratie
„Mini Nippes wird auch nächstes Jahr wieder stattfinden“, freut sich die Organisatorin. Es sei immer wieder toll, zu sehen, wie gut und gerecht Kinder mit Demokratie umgehen. Aber nicht nur das: „Viele Eltern berichten, dass Steuer- und Lohnerhöhungen abends in den Familien diskutiert werden. Die Kinder lernen in der Kinderstadt, volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und machen sich viele Gedanken, wie zum Beispiel alle Betriebe prosperieren können“ schildert Reher die Rückmeldungen aus den Familien.
Die Vorfreude der Kinder, die im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen, ist jetzt schon groß und die Unterstützung vieler Eltern gewiss.

Vielfältige finanzielle Untestützung
Das Projekt finanziert sich zu einem Drittel aus den Teilnehmerbeiträgen. Der Rest der Summe von rund 60.000 Euro wird aus Projektmitteln des Landschaftsverbandes Rheinland, Stiftungsmitteln, Zuschüssen und Spenden finanziert. Eine Liste der Sponsoren findet sich auf der Seite www.mini-nippes.de.

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Roland Schaper