Die KG Ponyhof e.V. veranstaltet einen Weingarten an der Kartäuserkirche in der Kölner Südstadt. Der Gewinn fließt in eine nachhaltige und langfristige Unterstützung der von der Flutkatastrophe betroffenen Region im Ahrtal.
Der Eingang zum Weingarten

Die KG Ponyhof e.V. veranstaltet einen Weingarten an der Kartäuserkirche in der Kölner Südstadt. Der Gewinn fließt in eine nachhaltige und langfristige Unterstützung der von der Flutkatastrophe betroffenen Region im Ahrtal.

Mit dem Besuch einer Freiluft-Gastronomie nicht nur sich selbst etwas Gutes tun. Mit dem Verzehr von Getränken und Speisen den Spendenbetrag für eine soziale Sache aufstocken. Dazu bietet einmal mehr die Karnevalsgesellschaft Ponyhof e.V. Gelegenheit. Der 2013 gegründete, über 350 Mitglieder starke Karnevalsverein mit Sitz in der Kölner Südstadt engagiert sich seit Jahren regelmäßig lokal wie international für soziale Projekte unterschiedlicher Art. „Persönlich, finanziell und ideell“, wie Anja Bierwirth erläutert. Sie ist eine von sieben gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern und auch im aktuellen Projekt stark eingebunden.

Weingarten auf dem Gelände der Kartäuserkirche

Dessen Ziel ist es, Gelder einzunehmen und Spenden zu sammeln für die nachhaltige, langfristige Unterstützung von Einrichtungen und Projekten in der Eifel und im Ahrtal, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Dafür betreibt die KG seit dem 4. August einen Corona-gerechten Weingarten auf dem beschaulichen Gelände der Kartäuserkirche (Kartäusergasse 7) in der Südstadt. Der Reinerlös fließe zu hundert Prozent in die betroffene Region, bekräftigt Bierwirth. Wie immer seien die Mitglieder ehrenamtlich tätig. Geöffnet ist der Weingarten mit seinen bis zu 500 Plätzen, in dem es auch Bier und nichtalkoholische Getränke gibt, bis einschließlich 29. August. „Wir haben täglich von 17 bis 22 Uhr geöffnet, unabhängig von der Witterung“, bestätigt Bierwirth auf Nachfrage.

Viele Mitglieder hätten seit Mitte Juli spontan Hilfe in den Flutgebieten organisiert und selbst geleistet, informiert Bierwirth. „So schnell konnten wir das als Verein gar nicht. Aber beim Ideen-Wälzen darüber, wie die KG in der betroffenen Region nachhaltig Unterstützung leisten kann, sind wir uns rasch einig geworden. Machen wir doch das, was wir am besten können – einen Markt“, erinnert sie. Der Innenhof der Lutherkirche, wo der Verein in Kooperation mit dem Gemeindebezirk bereits vier Mal den „kleinsten Weihnachtsmarkt der Stadt“ ausgerichtet hat, war für den geplanten Zeitraum anderweitig besetzt. „Also haben wir es an der Kartäuserkirche versucht, mit Erfolg“, ist Bierwirth dankbar für die bereitwillige und gelungene Kooperation.

Unterstützung von Opfern der Flutkatastrophe ist sehr wichtig

„Die KG Ponyhof war auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ihr Projekt“, sagt Pfarrer Dr. Martin Gröger vom Bezirk Kartäuserkirche der Evangelischen Gemeinde Köln. Sie habe nachgefragt und ursprünglich früher starten wollen. Andere Veranstaltungen auf dem Gelände hätten dies verhindert. „Wir hatten vorher schon Kontakt, man kennt sich in der Südstadt, und der ´Ponyhof´ ist bekannt für sein caritativ-soziales Engagement“, so Gröger. So tauschte sich der Pfarrer mit zahlreichen Menschen im Gemeindebezirk aus. „Gemeinsam haben wir eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden.“ Dazu habe auch beigetragen, „dass wir als Bezirk schon länger überlegen, hier ein gastronomisches Angebot einzurichten“. Es komme hinzu, „dass es ein zeitlich begrenztes Projekt ist und, sehr wichtig, der Unterstützung von Opfern der Flutkatastrophe dient“.

Noch immer „wirklich beeindruckt“ ist Bierwirth, dass das Projekt innerhalb von zwei Wochen umgesetzt werden konnte. Großartig findet sie, wie viele Leute mitgeholfen, Sachen besorgt und Zusagen von weiteren Unterstützenden eingeholt haben. Unter den ausgeschenkten Weinen befänden sich Flutweine sowie Spenden von nicht von der Flut betroffenen Winzern aus Baden und dem Mosel-Gebiet. „Von der Metzgerei Friedrich aus Köln-Sülz stammen die Bratwüste, die Bäckerei Bergheim in Köln-Lindenthal liefert die Brötchen, die Privatbrauerei Gaffel, einer unserer langjährigen starken Partner, Kölsch und Wiess“, so Bierwirth. Alle Lieferanten würden das Projekt mit unglaublich guten Einkaufspreisen und deutlichen Rabatten bis hin zu Schenkungen unterstützen, zeigt sich das Vorstandsmitglied angetan. Andererseits honorieren die Kölnerinnen und Kölner das Ponyhof-Engagement in der Südstadt. „Das erste Wochenende war großartig. Bei Sonnenschein waren alle 500 Plätze besetzt“, so Bierwirth.

„Großartiges Miteinander“

Für die tatkräftigen Mitglieder der KG hat Pfarrer Gröger nur lobende Worte parat. „Der Verein blickt auf alles, geht achtsam mit dem Areal und gegenüber den hier weiter stattfindenden Gemeinde-Angeboten um. Das passt wunderbar zusammen, viele Leute, enormes Engagement“, spricht Gröger von einem, „großartigen Miteinander“. Bislang habe er keine einzige Klage seitens der Nachbarn vernommen. Sehr groß sei die Freude im Bezirk Kartäuserkirche darüber, „dass sich Menschen aus der Südstadt selbst, aber auch aus anderen Veedeln sowie Kirchengemeinden in Köln und Umgebung es sich hier gut gehen lassen und unsere Gemeinde kennenlernen können“.

Entwickelt hat sich die KG Ponyhof seit 2008 als „lockerer Zusammenschluss von Gleichgesinnten“. 2013 gründete man einen eingetragenen Verein. Dieser hat sich auf die Fahne geschrieben Werte wie Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Ebenso werden Gemeinschaft und soziales Engagement ganz großgeschrieben. Selbstredend vereinen die derzeit über 350 „Ponys“ auch ihre „große Liebe zum Kölner Karneval“.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich