„Demenz darf kein Tabu sein!“

„Demenz darf kein Tabu sein!“

„Zu Hause ist´s doch am Schönsten!“ ist der Titel eines Theaterstücks für und mit Menschen mit Demenz, das am Montag, 19. September, ab 16 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche, Gleueler Straße/Ecke Lindenthalgürtel, aufgeführt wird.

Das Seniorentheater ist eine von etwa 120 Veranstaltungen, die im Rahmen der 6. Kölner Demenzwochen vom 19. September bis zum 2. Oktober unter dem Motto „Demenz darf kein Tabu sein!“ angeboten werden. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für das Thema „Demenz“ zu sensibilisieren und „Möglichkeiten der gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe für Menschen mit Demenz in Köln aufzuzeigen“, wie es Schirmherrin Henriette Reker formuliert. Zwei Wochen lang wird zu Vorträgen, Filmen und Konzerten eingeladen, werden Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten aufgezeigt und Gottesdienste für Menschen mit und ohne Demenz gefeiert.

Fachvorträge und Podiumsdiskussionen
Die Angebote richten sich an Angehörige und Mitarbeitende in der Betreuung von Menschen mit Demenz sowie an alle Interessierten. Mit Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion zum Thema „Demenz und Ethik“ wird die Aktionswoche am kommenden Montag um 9.30 Uhr im Forum Volkshochschule im Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, feierlich eröffnet. Es sprechen unter anderen Professor Dr. Nikolaus Michael, Leitender Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie der Evangelischen Stiftung Tannenhof, und Dr. Anne Bunte, Leiterin des Gesundheitsamtes Köln. Es moderiert Helmut Frangenberg vom „Kölner Stadt-Anzeiger“. Am Dienstag, 20. September, 19.30 Uhr, wird Guido Stephan, Geschäftsführer der Antoniter Siedlungsgesellschaft, im Studio DuMont einer der Gesprächspartner sein zum Thema "Menschen mit Demenz in unserer Mitte: aufgefangen oder ausgegrenzt?" Joachim Frank vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ diskutiert mit Fachleuten.

Extra-Welten für Menschen mit Demenz?
Im Domforum wird am Mittwoch, 21. September, 15 bis 17 Uhr, der Frage nachgegangen, wie sich haupt- und ehrenamtlich Engagierte in den Kirchengemeinden auf Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen einstellen können. An zwei Nachmittagen heißt das Thema dort „Wege zu demenzsensiblen Kirchengemeinden“. Neben der Möglichkeit zum Austausch gibt es auch praktische Hinweise und Anregungen. „Brauchen Menschen mit Demenz Extra-Welten, sogenannte Demenzwelten?“ fragt Lena Klemm am Mittwoch, 28. September, von 17.30 Uhr bis 19 Uhr, im Heinrich-Püschel-Haus im Clarenbachwerk. Sie informiert auch zum Thema „Neues zu Sport und Bewegung bei Demenz“.

„Flashmob“ auf der Domplatte
Am Weltseniorentag, Samstag, 1. Oktober, sind größere Veranstaltungen geplant, zum Beispiel ein „Flashmob“ auf der Domplatte. Ihren Abschluss finden die Wochen am Sonntag, 2. Oktober, um 11.30 Uhr mit einem Gottesdienst für Menschen mit und ohne Demenz in der Basilika Sankt Aposteln, Neumarkt 30. Der Gottesdienst wird mit viel Musik gestaltet und ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet.

Kirchen beteiligen sich
Die Demenzwochen werden vom Demenz-Servicezentrum Region Köln und südliches Rheinland in Kooperation mit der Stadt Köln organisiert. Zu den Kooperationspartnern gehören der Evangelische Kirchenverband Köln und Region und das Katholische Stadtdekanat Köln.
Das vollständige Programm kann unter www.koelner-demenzwochen.de angesehen werden. Hier können auch Vorschläge für das Motto der 7. Kölner Demenzwochen 2018 eingereicht werden.

Text: Susanne Maroldt
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