#dazusteheich: Superintendent Bernhard Seiger zum Thema Wahrheit



#dazusteheich: Superintendent Bernhard Seiger zum Thema Wahrheit

Diesmal wirft bei #dazusteheich  Superintendent Dr. Bernhard Seiger die Frage auf: lohnt es sich für die Wahrheit zu streiten? Angeregt durch die Fastenaktion der Evangelischen Kirche 2019 „Sieben Wochen ohne Lügen“, fragt sich Seiger, um was und um wieviel wir uns streiten sollen? Ist Gott mit den Starken oder mit den Schwachen, wer oder was ist Gott überhaupt? Seiger such nach Antworten und findet sie bei Paulus, der sich vor 2.000 Jahren exakt die selben Fragen stellte und diese mit den Menschen im antiken Athen offen diskutierte. Wer ist Gott und wie offenbart er sich uns im Alltag?

Die Antwort verrät er uns in seiner ganz persönlichen Episode von #dazusteheich

 

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Hier der Impuls von Superintendent Bernhard Seiger:

 

In dieser Passionszeit ist das Motto: Sieben Wochen ohne Lügen. Das heisst, es geht um Wahrhaftigkeit.

Lukas schreibt in seiner Apostelgeschichte davon, wie das damals war als Paulus in Athen war, im New York der Antiken Welt.

Paulus geht durch die Stadt Athen und er sieht die verschiedenen Tempel die dort errichtet worden sind. Ein Tempel für die Liebe, ein Tempel für den Krieg, ein Tempel für den Handel und einer für die Seefahrt.

Und er hast sich gefragt: kann das denn richtig sein dass wir Menschen uns unsere Götterbilder so zurecht bauen wie wir sie brauchen für unser leben. Ist es nicht vielmehr so, dass es einen Gott gibt dem wir zu ehren haben und das es sich deswegen lohnt über diese Frage mit den Menschen hier ins Gespräch zu kommen und darüber zu streiten?

Auf seinem Weg durch die Stadt Athen hat er an einer Stelle einen Tempel gefunden, der trug den Titel: Dem unbekannten Gott. Das hat ihm gefallen, weil er gemerkt hat, hier wird etwas offen gelassen, hier wird erkannt: wir wissen von Gott nicht alles, sondern wir haben Fragen und wir wissen, dass er größer ist als das, was wir uns vorstellen können. 

Und mit diesem Gedanken ist er dann ins Gespräch mit den Menschen gegangen. Er ist auf den Areopag gezogen, dem Marktplatz wo Menschen tagtäglich zusammenkommen, zum diskutieren und Geschäfte betreiben.

Denen erzählt er, was er gesehen hat und sagt dann:

Was mir besonders gut gefällt bei euch ist, dass ihr diesen einen Tempel hat: dem unbekannten Gott. Ich habe dabei gemerkt, ihr seid nachdenkliche Leute und ihr merkt, dass ihr von Gott nicht alles wisst.

Deswegen bin ich hier, weil ich glaube, dass wir von Gott nur das wissen können, was er von sich selbst Preis gibt und erzählt.  Jesus Christus,  Jesus von Nazareth ist der, der etwas zeigt davon wie Gott ist.

Für manche Menschen war das dann sehr konkret –  zu konkret und sie sind gegangen. Wieder andere fanden es spannend und wollten mehr wissen. Ja was zeigt uns denn Jesus davon wie Gott ist?

Sie haben gestritten, sie haben überlegt, sie haben fragen gestellt: wie ist es denn mit der Gerechtigkeit? Ist Gott auf der Seite der Starken? Ist er auf der Seite der Schwachen? Was trägt in diesem Leben?

So haben sie gerungen und diskutiert, so wie wir das heute auch tun können. Was trägt? Worauf können wir uns verlassen?

Was ist im langen Bogen unseres Lebens beständig? Wir werden darauf keine einfachen, fertigen Antworten bekommen. Aber es ist eben nicht egal, was wir denken, was wir glauben, was wir tun, sondern es lohnt, für die Wahrheit zu streiten!

Text: APK, Bernhard Seiger
Foto(s): APK