„Befiehl dem Herrn Deine Wege und hoffe auf ihn: Er wird‘s wohl machen.“
Auf dem Foto von links: Andrea Vogel, Selma Thiesbonenkamp, Sibylle Reiche, Kerstin Hunze, Dietrich Kamphenkel, Wilfried Klimkait Sebastian Baer-Henney.

„Befiehl dem Herrn Deine Wege und hoffe auf ihn: Er wird‘s wohl machen.“

Superintendentin Andrea Vogel entpflichtete Pfarrer Dietrich Kamphenkel in der Jesus-Christus-Kirche

Eine Entpflichtung ist immer auch ein guter Grund, den Blick in die Vergangenheit zu richten. „Am 1. Januar 1985 habe ich hier gestanden und in der Gemeinde als Vikar angefangen zu arbeiten“, erinnerte sich Pfarrer Dietrich Kamphenkel in der Jesus-Christus-Kirche in Kalk. Er freute sich über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher und auf den Gottesdienst. „Nicht mit Singen, aber mit singendem Herzen.“ Auch Superintendentin Andrea Vogel war gekommen, um die Entpflichtung vorzunehmen.

Predigt

„Wir leben in merkwürdigen Zeiten. Unser gewohnter Alltag, unser ganzes Leben ist auf den Kopf gestellt“, begann Kamphenkel seine Predigt. Das Corona-Virus habe die Existenzen massiv eingeschränkt. „Da wundert es mich nicht, wenn Menschen aggressiv werden und sich über Verbote hinwegsetzen. Wohlgemerkt: Ich kann das verstehen aber nicht akzeptieren.“ Es gebe Ängste vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Viele stellten sich die Frage, auf wen sie sich noch verlassen könnten. „Die Politiker reden mal so und mal so. Die Virologen sind sich uneins. Und von der Kirche höre man nichts, hat mir jüngst ein Chefarzt im Evangelischen Krankenhaus Kalk gesagt.“ Dabei werde der Ruf nach Sicherheit und Geborgenheit immer lauter.

Korinth

„Was hält uns? Wie können wir das Überleben der Kirche sichern? Woran orientieren wir uns? Was ist zu tun?“ Kamphenkel verwies auf den Korintherbrief des Paulus. Korinth sei zu jener Zeit eine Metropole gewesen, eine Weltstadt mit Hafen. Dort habe es eine kleine, zerstrittene Christengemeinde gegeben. „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“

Frohe Botschaft

In der Botschaft des Gekreuzigten, so Kamphenkel, liege die Hoffnung. „Einen andern Grund kann niemand legen: Diese Worte sollen für uns alle richtungsweisend sein. Die Kirche muss die Botschaft immer zu Gehör bringen und dann aber auch mit ihr leben und nicht dem Zeitgeist hinterherlaufen.“ Reformation bedeute ja nichts anderes als die Konzentration auf das Wesentliche. Wer auf diesem Grund stehe, welcher ist Jesus Christus, müsse nichts fürchten. „In der Gewissheit unseres Glaubens können wir allen Anfechtungen widerstehen.“ Die Menschen warteten auf die froh machende Botschaft. „Damit gewinnen sie neuen Grund.“ Als Zeugen der Worte Christi dürfte die Gemeinde hoffen.

Vor allem in der Adventszeit dürfte sie auf die Hoffnung vertrauen. „So gesehen sind wir auch Advent-Gemeinde. Wir als Schwestern und Brüder in Christi können getrost und getröstet wandern in schwieriger Zeit, weil Jesus Christus uns entgegen kommt.“ Und zum Schluss: „Wir wollen uns auf den Weg machen, damit der Herr, wenn er denn kommt, uns als fröhliche und lebendige Gemeinde vorfindet.“

Kamphenkel und die Zukunft

Andrea Vogel erinnerte an das Berufsleben Kamphenkels. Er wurde 1985 ordiniert hat in Buchforst, Gummersbach und Bensberg seinen Dienst getan, bevor er in die Gemeinde Kalk/Buchforst zurückkehrte. Lange war Kamphenkel Seelsorger im Evangelischen Krankenhaus Kalk. „Wenn jemand aus meiner Gemeinde dort länger bleiben musste, hat er mich oft angerufen und gebeten, mal vorbeizukommen.“ Später sei Kamphenkel dann auf die Gemeindepfarrstelle gewechselt. Die hat in Zukunft Selma Thiesbonenkamp inne. Kamphenkel wird noch mit einer 15-Prozent-Stelle tätig sein. Für das Krankenhaus Kalk wurde eine 50-Prozent-Seelsorgestelle eingerichtet. „Es geht weiter – für die Gemeinde und für das Krankenhaus“, erklärte die Superintendentin. Und an Kamphenkel gewandt: „Befiehl dem Herrn Deine Wege und hoffe auf ihn: Er wird‘s wohl machen.“ Der erste Weg führte Kamphenkel zu seiner Gemeinde:

Auf dem Foto von links: Andrea Vogel, Selma Thiesbonenkamp, Sibylle Reiche, Kerstin Hunze, Dietrich Kamphenkel, Wilfried Klimkait Sebastian Baer-Henney.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann