„Das Basement ist eröffnet und ab sofort wieder ein Ort für die Jugend, Gottesdienste und Gemeindegruppen“, erklärte Pfarrer Christoph Rollbühler



Basement Comeback: Jugend. Kultur. Raum.

Annie Lennox, Joy Division, Bläck Fööss, Trio, Ladysmith, Gerd Köster und andere Größen traten hier auf. Wolfgang Niedecken soll auf der Toilette des „Basement“ seinen Gitarristen engagiert haben. Damit gilt es als Geburtsort von „BAP“ und ist unbestritten ein einzigartiges Stück Kölner Musikgeschichte. Ursprünglich war das Gewölbe unter der Christuskirche am Stadtgarten aber ein Raum für die Jugend – und der soll es auch wieder werden. Zur Wiedereröffnung präsentierte das neu renovierte Basement deshalb stilecht im Rahmen eines Festivals. Frische Bands rockten  den Abend im alten Gewölbe.

 

Jugend – Kultur – Raum

Vier Bands stemmten das Jugendbandfestival Mitte Mai so, wie es sein und bleiben soll: als Kulturraum und von der Jugend für die Jugend. „Chris K Risma“, „Modus“ und „Gifts for the Earth“ spielten vor „Mikroschrei“, die den Abschluss machten. „Talentiert und jung“ beschreibt die Acts kurz und am besten. „Chris K Risma“ fiel mit 28 Jahren und Hip-Hop schon etwas aus dem Gesamtbild, während „Modus“ altersmäßig und „existenziell“ gesehen die Jüngsten waren. „Uns gibt es erst seit drei Wochen, wir haben deshalb nur ein paar Songs mitgebracht“, erklärte Songwriterin und Sängerin Milla (14) zum Start. Aber auch von wenigen gelungenen Stücken kann man Zugaben geben! „Gifts for the Earth“ (Indierock) wirkten schon recht routiniert und füllten den Mittelteil sehr geschmeidig aus. Auf „Mikroschrei“ hatten Einige – laut hörbar – schon gewartet. Talja, Lasse, Milan und Janis waren Sieger des SchoolJam-Bandwettbewerbs 2017 auf der Frankfurter Musikmesse und offensichtlich mit begeisterten Fans erschienen. Im Basement lässt es sich auch wirklich gut jubeln.

 

Veedelskirche!

„Orte für Jugendliche ab 14 Jahren sind in Köln kaum vorhanden“, fasste Christoph Rollbühler, Pfarrer der Christuskirche, den Wert der jetzt zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten zusammen. „An den meisten dürfen sie noch nicht sein, einiges ist auch schwer erreichbar.“ Damit, in dem im Anschluss an die Sanierung des Hauptgebäudes in den vergangenen Jahren noch zusätzlich renovierten Kirchengewölbe in Zukunft auch einen Jugendkulturraum anzubieten, wird das Konzept „Veedelskirche“ rund.

Geplant ist, die Räume neben der Nutzung durch die Gemeinde für weitere Konzerte, Feiern und hochwertige Kulturveranstaltungen zu vermieten – was kein Problem sein sollte, denn Ambiente und Ausstattung, inklusive Lichtkonzept, machen das ohnehin besondere Basement zu einer Perle in der Innenstadt. „Ein Stück erweiterte Kirche“ ist es, befindet Pfarrer Rollbühler.

 

Einer der schönsten kirchlichen Räume Kölns“

So wird es auch bereits genutzt: Die Gottesdienstreihe „Leise!“ mit meditativer „Neo Classic“-Musik von beispielsweise Max Richter ist dort gut aufgehoben. Ergänzende Veranstaltungen zu den Kindergottesdiensten der Reihe „Himmelblau“ sind ebenfalls eingeplant. Rollbühler freut sich über das überzeugende Ergebnis nach der langen Umbauzeit: „Für mich ist das Gesamtensemble Christuskirche jetzt einer der schönsten kirchlichen Räume Kölns.“

Infos zum Basement: https://www.christuskirche-mitten-im-leben.de/de/basement

Text: Claudia Keller
Foto(s): Claudia Keller