ASG bittet um „Spenden statt Geschenke“

ASG bittet um „Spenden statt Geschenke“

Unter dem Motto „Spenden statt Geschenke“ bittet die Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG) seit 2013 ihre Geschäftspartner, auf Weihnachtsgeschenke zu verzichten und stattdessen für einen guten Zweck zu spenden, der jedes Jahr neu festgelegt wird. Auch im Jahr 2016 kamen der Bitte der ASG wieder viele nach und überwiesen ihre Spende direkt an den Fonds der Diakonie Michaelshoven "#VERGISSMEINNICHT – Gemeinsam gegen Altersarmut in Köln".

„Köln ist Spitzenreiter der von Altersarmut betroffenen Städte in NRW. Mehr als 70 Prozent der Seniorinnen und Senioren in unseren Pflegeheimen bekommen Grundsicherung im Alter und damit ein monatliches Taschengeld von 109,08 Euro. Das sind nur etwas über 3,50 Euro am Tag. Damit können sie sich viele wichtige Dinge nicht leisten“, erklärt Nikola Westig, verantwortlich für das Fundraising der Diakonie Michaelshoven. Die Aktion #VERGISSMEINNICHT unterstütze diese Menschen, um ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.

Seniorinnen und Senioren alltägliche Wünsche erfüllen
4950 Euro kamen durch den Spendenaufruf der ASG für das Projekt zusammen. Durch diese Summe sei es möglich, Wünsche zu erfüllen, die sich viele alte Menschen sonst nicht leisten könnten, angefangen bei alltäglichen Dingen wie Körper- und Haarpflegemitteln oder einem Friseurbesuch über Kleidung bis hin zu Ausflügen wie etwa einem Zoobesuch mit Kaffee und Kuchen oder sogar einen richtigen Urlaub, so Westig. Als der Geschäftsführer der ASG, Guido Stephan, auf sie zukam und mitteilte, dass man sich entschieden habe, für eine Spende für den Fonds der Diakonie Michaelshoven zu werben, habe sie sich sehr gefreut. „Dass dann eine Summe in der Größenordnung zusammen kam, ist schon außergewöhnlich, das kriegen wir nicht jeden Tag“, so Westig.

Karneval weckt schöne Erinnerungen
Zum Jahresbeginn entschieden Verantwortliche der fünf Seniorenhäuser der Diakonie Michaelshoven, in denen rund 340 Menschen leben, welche Projekte im kommenden Jahr unterstützt werden sollen. Aktuell plane man die Finanzierung von Karnevalsveranstaltungen für Senioren. „Wer noch mobil ist, dem ermöglichen wir den Besuch von Bürgersitzungen. Für andere – zum Beispiel Menschen mit Demenz – veranstalten wir Karnevalsfeiern mit Bewirtung, Musik und Kleindarstellern in den Seniorenhäusern“, erklärt Westig. „Sogar das Kölner Dreigestirn hat uns bei den Feiern in den vergangenen Jahren besucht“. Die Kosten für eine solche Feier betragen rund 1000 Euro. „Ohne diese große Spendenbereitschaft wäre das gar nicht möglich!“, weiß Westig. Es sei schön, mit anzusehen, wie die alten Menschen mitgerissen werden und Erinnerungen an alte Zeiten wach werden, wenn sie bekannte Karnevalslieder hören.

Mit Musik geht alles besser
Man fördere viele Projekte gerade im musikalischen Bereich, so etwa zwei Seniorenchöre und auch eine Seniorenband, die von Musiktherapeuten angeleitet werden. „Tanz- und Musikprojekte sind eine gute Möglichkeit, Farbe und Leben in den Alltag der etwa zwei Drittel mehr oder weniger an Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohner unserer Seniorenhäuser zu bringen. Das spürt man zum Beispiel beim Tanzprojekt für demenziell erkrankte Menschen. Man kann richtig sehen, wie die Musik angenehme Erinnerungen etwa an glückliche Zeiten mit dem Partner oder an schöne Erlebnisse aus früheren Zeiten wachruft“, beschreibt die Fundraising-Verantwortliche den Erfolg.

Auf gute soziale Projekt aufmerksam machen
„Ich freue mich, dass wir mit unserer Aktion ‚Spenden statt Geschenke‘ dazu beitragen können, Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, eine Freude zu machen und ihnen zu helfen. Es gibt viele sinnvolle soziale Projekte, auf die wir – als ASG – aufmerksam machen können. Der Erfolg und die Bereitschaft, zu helfen zeigt sich ja an der großen Spendensumme, die 2016 wieder zusammen kam“, so Guido Stephan. Auch in den letzten Jahren seien auf diese Weise hohe Geldbeträge etwa für den Kölner Flüchtlingsrat oder für die Jugendhilfe Anna Stiftung e.V. gespendet worden.
Mehr als die Hälfte der Menschen, die in Häusern der ASG wohnen, seien älter als 60 Jahre, erklärt Stephan. „Diese Menschen liegen uns besonders am Herzen und wir nehmen die Verantwortung für sie sehr ernst. Durch unser Sozialmanagement ermöglichen wir es ihnen, möglichst lange ein selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu führen.“ Aber vielen älteren Menschen sei dies eben nicht mehr möglich. Das habe die ASG zum Spendenaufruf für das Projekt der Diakonie Michaelshoven bewogen, so Stephan.

Text: Susanne Hermanns
Foto(s): Diakonie Michaelshoven