ASG baut neue Wohnanlage für Menschen mit Demenz und Pflegebedarf

ASG baut neue Wohnanlage für Menschen mit Demenz und Pflegebedarf

Eine neue Wohnanlage für Menschen mit Demenz und für Menschen mit ambulantem Pflegebedarf befindet sich derzeit in Lindlar im Bau. Unter dem Leitgedanken „Nachbarschaftliches Wohnen in Lindlar“ baut die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH (ASG) auf einem Areal von 3.500 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe zum Jubilate-Forum der Evangelischen Kirchengemeinde Lindlar barrierefreie Wohnungen. 60 bis 130 Quadratmeter sind für die Wohnungen veranschlagt, die als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen. Für Menschen mit demenziellen Erkrankungen soll es eine ambulant betreute Wohngemeinschaft geben, in der für acht Bewohner Platz sein wird.

Gedanke des nachbarschaftlichen Wohnens
Zum nachbarschaftlichen Wohnen gehören neben der Kirchengemeinde Lindlar mit Kirche und dem kürzlich neu eröffneten Gemeindezentrum „Jubilate-Forum Lindlar“ die zahlreichen Serviceangebote des Forums: Ob Kleinkunst, Musik, Handarbeitskreise, Vorträge oder Kochkurse, die neuen Bewohnerinnen und Bewohner sind zu diesen Veranstaltungen willkommen.

Gemeinsamer Mietvertrag in Demenz-WG
„Nicht allein und nicht im Heim“ lautet das Motto der ambulant betreuten Wohngemeinschaften – eine neue Wohn-und Lebensform für Menschen mit Demenz. Sie leben zusammen als Mieterinnen und Mieter und verständigen sich gemeinsam auf einen ambulanten Dienst, um eine Rund-um-die Uhr-Betreuung sicherzustellen für die hauswirtschaftliche und pflegerische Versorgung. Das geht natürlich nur mit Hilfe der Angehörigen und Betreuer. Durch deren intensiven Einsatz – verbunden mit zahlreichen Absprachen – wird alles geregelt: Die Wahl des ambulanten Dienstes, die Summe des Geldes in der Haushaltskasse, die Inneneinrichtung und auch, wer später noch einziehen kann und wer nicht. Damit das funktioniert, gründen die Bewohnerinnen und Bewohner eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und schließen einen gemeinsamen Mietvertrag.

Personalschlüssel eins zu sechs
„Das Projekt wird durch das Land Nordrhein-Westfalen öffentlich gefördert. Ein Wohnberechtigungsschein mit dem „A“-Vermerk muss vorliegen“, erklärt Guido Stephan, kaufmännischer Geschäftsführer der ASG, kürzlich bei einem Informationsabend in Lindlar. Diesen zu erhalten sei bei demenziell Erkrankten jedoch „kein Problem“. Zu beachten sei aber: „Wenn einer stirbt, reduziert sich die Miete nicht. Dafür müssen Rücklagen gebildet werden“. Dennoch sieht Stephan in dieser Wohnform eine gute Lösung für das Leben im Alter. Schließlich liege der Personalschlüssel bei eins zu sechs. „Das ist ein deutlich besserer Schlüssel als in den Heimen“, so der Geschäftsführer.

Gemeinsam kochen, spielen, klönen
In der sogenannten Gruppenwohnung können die ambulant betreuten Männer und Frauen zusammenleben. In eigenen Zimmern mit eigenem Bad und eigenen Möbeln. Geteilt werden Wohnküche, Wohnzimmer und das Pflegebad. Das Zentrum der Wohnung soll dabei die große Wohnküche sein, in der gemeinsam gekocht, gespielt und geklönt wird. Zum Konzept gehört es, die Fähigkeiten der Mieterinnen und Mieter möglichst lange zu erhalten und zu fördern. Diesem Konzept will sich auch der ambulante Pflegedienst „Lebensbaum“ verpflichten, der sich bei dem Infoabend ebenfalls vorgestellt hat. Die 1998 in Overath gegründete ambulante Pflege hat ihren Namen aus dem Sprichwort „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ abgeleitet und verspricht auch Menschen im hohen Alter zu einem „selbstbestimmten, unabhängigen Leben“ zu helfen. „Wir haben einen Wochenplan. Zu dem gehört Gedächtnistraining, Lese-Runden und Wahrnehmungsförderung“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Rappenhöner von „Lebensbaum GmbH – Ambulante Pflege“.

Sechs Wohnungen stehen noch zum Verkauf
Von den 20 Wohnungen im ersten Bauabschnitt sind bereits 14 Wohnungen vergeben. Sechs Wohnungen stehen noch zum Verkauf. Voraussichtlich ab Mitte Mai können die freien Wohnungen besichtigt werden. Ab Ende Mai werden die Wohnungen, die nicht verkauft wurden, zur Miete angeboten. Interessen können sich bei der Antoniter Siedlungsgesellschaft ab sofort melden. Für die Demenzwohngemeinschaft werden noch Interessierte gesucht. Die ASG hat bereits Erfahrungen mit einer Demenz-WG. Zum 1. August 2010 wurde eine Wohngemeinschaft am Matthiaskirchplatz 17a in Köln-Bayenthal bezugsfertig.

„Tag der Offenen Tür“ am Sonntag, 19. Juni 2011
Der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich Ende August 2011 bezugsfertig. Im hinteren Bereich entstehen im zweitten Bauabschnitt weitere acht Wohneinheiten (58 bis 88 Quadratmter), die ab Juli 2011 gebaut werden. Am Sonntag, 19. Juni, findet in der Zeit von 14 bis 18 Uhr ein „Tag der Ofenen Tür“ statt, bei dem die freien Wohnungen, die Demenzwohngemeinschaft und die Tagespflegeeinrichtung besichtigt werden können.

Die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbh
im Evangelischen Kirchenverband Köln ist bundesweit die einzige Immobiliengesellschaft, die zu 100 Prozent evangelisch ist. Sie wurde 1951 gegründet, um auch Menschen mit Wohnraum zu versorgen, die nur geringe Chancen haben, eine Bleibe auf dem Wohnungsmarkt zu bekommen. Zu den Aufgaben der ASG gehört es, eigene Wohnungen zu bauen und zu verwalten sowie Kirchengemeinden technisch und finanziell zu betreuen, die Wohnungen oder Pflegeheime bauen. Außerdem beaufsichtigt die Gesellschaft Wohnungen und verwaltet Grundstücke für den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region. Eine regelmäßige Zusammenarbeit besteht mit dem Diakonischen Werk Köln und Region, der Diakonie gGmbH, dem Amt für Wohnungswesen und den Sozialämtern der Stadt Köln sowie mit den Gemeindeämtern und dem Kirchenverband.

Kontakt und weitere Informationen bei der Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, Telefon 0221/93 12 11 23, www.antoniter.de