Alle Religionen beten gemeinsam: Weltfriedenstag im Garten der Religionen
Gläubige aller Religionen beteten für den Frieden.

Alle Religionen beten gemeinsam: Weltfriedenstag im Garten der Religionen

An diesem Abend gab es nur ein Thema – den Frieden. Vertreterinnen und Vertreter von sieben Religionen haben sich mit vielen Gästen im Garten der Religionen getroffen, um am Weltfriedenstag der Vereinten Nationen gemeinsam für den Frieden zu beten. Für die evangelische Kirche waren die Pfarrerinnen Dorothee Schaper und  Susanne Beuth mit ihren Gebeten und Gedanken vertreten.

Gebet der Religionen zum Weltfriedenstag

Jedes Jahr zum Weltfriedenstag am 21. September findet das Gebet der Religionen statt. Alle Religionsgemeinschaften und Organisationen des Rates der Religionen sowie interessierte Kölnerinnen und Kölner treffen sich unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit in einer Kirche, einer Moschee, einer Synagoge, einem Zentrum oder einem Versammlungsraum eines der Mitglieder, um gemeinsam zu beten, sich auszutauschen und sich kennenzulernen. In diesem Jahr traf man sich wiederum im Garten der Religionen in der Kölner Südstadt (Stolzestrasse 1a).  Hier findet man an zehn verschiedene Plätzen und Stationen Anregungen, den eigenen Glauben zu reflektieren und mit Menschen aus anderen Religionen ins Gespräch zu kommen.

Ursprung Kölner Friedensverpflichtung

Vor 15 Jahren wurde die Kölner Friedensverpflichtung vom Kölner Rat der Religionen, einem freiwilligen Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Kölnerinnen und Kölner einsetzen, unterzeichnet. In diesem Dokument wird festgehalten, dass Gewalt und Terror um Gottes Willen nicht sein dürfen. Für ihre Religionen gelte das friedliche Zusammenleben aller Menschen gleich welcher Religion. Weiter verpflichten sich die Unterzeichnerinnen dieses Dokumentes, entsprechende Beiträge zum friedlichen Zusammenleben in der Gesellschaft zu leisten. Als Erstunterzeichner fungierten die Synagogen-Gemeinde Köln, das
katholische Stadtdekanat Köln, der 
Katholikenausschuss in der Stadt Köln, der evangelische Kirchenverband Köln, die türkisch-islamische Union Köln (DITIB), die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Köln sowie der damalige Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Gebet der Religionen – Frieden als Kernthema

Nach einer kurzen Begrüßung durch IN VIA-Chefin Andrea Redding (IN VIA hatte den Anstoß zur Gründung des Gartens der Religionen gegeben) eröffnete Bürgermeister Andreas Wolter in Vertretung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Veranstaltung. „Der Text der Friedenserklärung könnte heute nicht aktueller sein. Wir leben in Freiheit, aber sollten nie vergessen, was unsere Eltern und Großeltern erleiden mussten.“ Ein extra Gruß galt der jüdischen Gemeinde, die beim Friedensgebet an diesem Abend nicht dabei sein könnte.

Pfarrerin Schaper eröffnete den Gebetsteil. Hier trugen die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften ihre Gedanken zum Frieden und zum Miteinander vor. Imman Ötztürk trug seine Gedanken aus dem Koran zunächst in Originalsprache vor, übersetzte dann ins Deutsche. Ihm ging es dabei genauso um Frieden, den Schutz vor Gewalt und die Bitte um Vergebung wie den der Vertreterinnen und Vertretern der christlichen Kirchen, der Buddhisten, der alevitischen Gemeinde, den Neuapostolen sowie der Bahai, mit Gründung vor 150 Jahre die jüngste aller Religionen. Pfarrerin Beuth betonte für die evangelische Kirche, dass Gewalt und Terror dem Geist aller Religionen widerspreche. Samuel Dobernecker lockerte mit seinem Saxophon die Veranstaltung etwas auf und gab Raum und Zeit zum Nachdenken. Mit einer gemeinsam vorgetragenen Fragecollage stellten die Vertreterinnen und Vertreter der Religionen 55 Fragen an die Kölner Friedensverpflichtung als Basis für die kommende Arbeit. Mit einem get together und vielen Gesprächen klang die Veranstaltung langsam aus.

Text: Dr. Klemens Surmann/APK
Foto(s): Dr. Klemens Surmann/APK