Am Sonntag, dem 6. Juli 2025, wurde die Apostel-Paulus-Kirche in Heppendorf offiziell entwidmet. Damit endet die kirchliche Nutzung eines Gebäudes, das seit seiner Einweihung im Jahr 1982 das Gemeindeleben über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt hat.
Ein Gebäude mit Geschichte
Errichtet mit viel Eigenleistung und Engagement aus der Gemeinde, war die Kirche über viele Jahre hinweg geistlicher Anker und sozialer Treffpunkt im Ort. In den letzten Jahren fanden dort keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt; Teile des Gebäudes werden bereits anderweitig genutzt.
Bei einem offenen Nachmittag am 5. Juli konnten Interessierte die Kirche noch einmal besuchen, Gespräche führen und das Gelände in gemeinschaftlicher Atmosphäre nutzen. Am darauffolgenden Sonntag wurde der Entwidmungsgottesdienst begangen. Dabei wurden – entsprechend der liturgischen Ordnung – zentrale liturgische Gegenstände wie die Bibel und das Altarkreuz aus dem Kirchraum getragen.
Stimmen aus der Gemeinde
Pfarrer Hendrik Schnabel erklärte im Vorfeld: „Für die Menschen, die mit dem Gebäude durch ihre persönliche und familiäre Geschichte eng verbunden sind, ist das natürlich ein schwerer Schritt.“ Gleichzeitig betonte er die Verantwortung der Kirchengemeinde, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zukunftsfähig umzugehen.
Hartwig Steege, Mitglied des Presbyteriums und zuständig für die Gebäude, hob hervor, wie wichtig es sei, den Heppendorferinnen und Heppendorfern die Möglichkeit zu geben, sich zu erinnern – und dabei den Blick zugleich nach vorne zu richten.
Neue Nutzungsmöglichkeiten im Blick
Mit der Entwidmung ist nun auch eine Vermietung des Kirchraums möglich. Bereits heute nutzt eine Jugendhilfeeinrichtung die angrenzenden Gemeinderäume. Perspektivisch prüft die Gemeinde weitere diakonische Nutzungsmöglichkeiten, die dem Standort gerecht werden und soziale Werte fortschreiben.
Die Entscheidung zur Entwidmung wurde über mehrere Jahre hinweg vorbereitet und steht exemplarisch für die Herausforderungen, vor denen viele Kirchengemeinden aktuell stehen: zwischen Traditionsbewusstsein, wirtschaftlicher Verantwortung und dem Anspruch, Kirche im Wandel aktiv zu gestalten.
Foto(s): Kirchengemeinde Sindorf
