You are currently viewing 13. November: Interreligiöses Konzerterlebnis in der Trinitatiskirche

13. November: Interreligiöses Konzerterlebnis in der Trinitatiskirche

Zu einem anregenden interreligiösen Konzerterlebnis in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4-6, 50676 Köln, lädt die Melanchthon-Akademie für Sonntag, 13. November, 18 Uhr, ein.

Für sein 8. Tehillim-Psalmen-Projekt hat der Interreligiöse Chor Frankfurt (IRCF) Vertonungen der Psalmen 42 und 43 einstudiert: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser". Tehillim ist das hebräische Wort für Psalmen – und auch der Islam kennt sie (Zabur).

Kompositionen von Buxtehude bis Page
Die Worte der Psalmen haben jahrhundertelang die Menschen in Synagoge und Kirche zum Loben, Klagen, Bitten, Danken, Singen und Musizieren inspiriert. Es gibt eine Fülle von Vertonungen und Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten in unterschiedlichen Stilen und Sprachen – sowohl im Judentum als auch im Christentum.

Im Konzert erklingen unter anderem Kompositionen von Dietrich Buxtehude, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Louis Lewandowski, Yehezkel Braun und Nick Page sowie eine Melodie der Bratzlawer Chassiden.

Projekt begann 2013
Initiiert wurde dieses Projekt als Gesprächskonzert von der evangelischen Kirchenmusikerin Bettina Strübel und dem jüdischen Kantor Daniel Kempin. Die Psalmen – ihrem Charakter nach ja ohnehin Lieder – wurden von jüdischen wie christlichen Komponisten bis in die Gegenwart immer wieder musikalisch neu bearbeitet. Mit der Gründung eines interreligiösen Chors, der Recherche und Auswahl geeigneter Literatur und Referenten für den Psalm 23 wurde 2013 der Startschuss für weitere Projekte gegeben.

Eine der beiden Initiatorinnen des Psalmenprojektes ist die evangelische Kantorin Bettina Strübel

Gespräche über Bedeutung und Wirkungsgeschichte
Der Chor möchte einen Beitrag zum respektvollen Verstehen der Religionen beitragen. So sind zwei oder drei moderierte Gespräche zwischen jüdischen und christlichen Theologen über die Bedeutung, Interpretation und Wirkungsgeschichte des jeweiligen Psalms fester Bestandteil der Konzerte.

Musikalische Überraschungen
Die verschiedenen religiösen Traditionen der Mitwirkenden bilden den Ausgangspunkt für die intensive Arbeit an Musik, Sprache und Inhalt der biblischen Texte. Die Vertonungen ein- und desselben Textes können unterschiedlich klingen, da die Recherche mitunter echte musikalische Überraschungen zu Tage fördert. Auch eigens für das Projekt geschaffene Kompositionen hat es schon gegeben.

Der Blick auf andere Religionen
Für diejenigen, die sich auf den Prozess eines solchen musikalischen und interreligiösen Dialogs einlassen, werde der Blick auf die eigene, aber auch auf andere Religion geschärft, heißt es in einem Artikel der Zeitschrift „Musik und Kirche“ (Ausgabe 2, 2016): „Dies geschieht bei einem solchen musikalischen Projekt auf mehreren Ebenen, intellektuell und sinnlich – Geist und Körper sind beteiligt. Die Notwendigkeit einer solchen lebendigen Kommunikation zwischen den Religionen ist selten so evident gewesen wie in den letzten Monaten. Interreligiöses Musizieren bietet die große Chance, einen Beitrag für eine Zukunft zu leisten, die von Respekt und Verständnis gekennzeichnet ist. Das Frankfurter Tehillim-Projekt zeigt auf, wie es gelingen kann.“

Die Chorleitung liegt auch in den Händen des jüdischen Chasans Daniel Kempin

Eintrittskarten und -preise
Moderiert wird die Veranstaltung vom Leiter der Melanchthon-Akademie, Martin Bock, sowie von Pfarrerin Dorothee Schaper. Weiterhin wirken mit: Dr. Sonja Guentner (Jüdische Liberale Gemeinde Köln), Sylvia Bukowski (evangelische Pfarrerin/Wupertal), Simone Schwark (Sopran), Schirin Partowi (Alt), Christian Dietz (Tenor), Richard Longiewa (Bass) und der Interreligiöse Chor Frankfurt sowie die evangelische Kantorin Bettina Strübel und der jüdische Kantor Daniel Kempin.
Die Eintrittskarten kosten 15 Euro (ermäßigt 12 Euro) und können unter der Rufnummer 0221/93 11 80 3-0 vorbestellt werden.

Workshop zur Vorbereitung
Ergänzend bietet die Melanchthon-Akademie in ihren Räumen im Kartäuserwall 24b, am Samstag, 5. November, von 15 bis 19 Uhr, einen Workshop zum Konzert mit Chasan Daniel Kempin und Bettina Strübel an. Da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops im Konzert am 13. November mitsingen können, ist es wichtig, bei der Anmeldung, die bis zum 2. November möglich ist, Stimmlage und Chorerfahrung mitzuteilen. Eine Anmeldung st erforderlich unter der Rufnummer 0221/93 11 80 3-0.

Text: APK
Foto(s): Melanchthon-Akademie