10.000 „Vielfalter“ reisen nach Stuttgart zum Kirchentag



10.000 „Vielfalter“ reisen nach Stuttgart zum Kirchentag

Am Anfang war das Urknäuel: ein dickes Knäuel aus Strickliesel-Schnüren. Daraus wurde die erste Aktion: Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2013 in Hamburg hat das „Bündnis für Inklusion“ Strickliesel-Schnüre gesammelt. Aus zehn Kilometern Schnur sollten Wollschleifen für individuelle Anstecker werden. Am Ende waren es über elf Kilometer, und 37.500 Menschen haben beim Kirchentag mit einem Strickliesel-Anstecker gezeigt: „WIR wollen VIELFALT!“

Und nun das: Das Bündnis für Inklusion der Evangelischen Kirche im Rheinland will im Juni 2015 mit 10.000 „Vielfaltern“ nach Stuttgart zum Deutschen Evangelischen Kirchentag fahren. Vielfalter sind kleine gestrickte oder gehäkelte Schmetterlinge, die für Vielfalt werben. Jeder wird mit einem Wäschebändchen verbunden, in das der Schriftzug „www.wir-wollen-vielfalt.de“ eingewoben ist, und kann als Anstecker genutzt werden.

Lebensraum inklusiv gestalten
WIR wollen VIELFALT ist ein Bündnis. Das heißt, jede und jeder kann mitmachen. Einzelne und Gruppen, Kirchengemeinden und andere. Gemeinsam bilden sie eine Gesellschaft, in der jeder Mensch willkommen ist. Denn Inklusion berührt Fragen der Menschenrechte. Ihre Verwirklichung fängt bei der eigenen inneren Einstellung an. Wer anderen als gute Nachbarin und guter Nachbar begegnet, verwirklicht Inklusion. Wer mit anderen so umgeht, dass die anderen dabei anders bleiben dürfen, ebenso. Wer beim Hausbau oder im Straßenverkehr daran denkt, welche Barrieren man vermeiden könnte, gestaltet seinen Lebensraum inklusiv.

Inklusion und kirchliche Praxis
Viele weitere Informationen und Bilder gibt es auf der Internetseite wir-wollen-vielfalt.de. Dort gibt es zum Beispiel die Orientierungshilfe „Da kann ja jede/r kommen – Inklusion und kirchliche Praxis“ der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Die Orientierungshilfe informiert ausführlich darüber, was mit „Inklusion“ gemeint ist, und enthält anregende Fragen, mit denen Kirchengemeinden und Gruppen arbeiten können.

Text: Wolf Clüver
Foto(s): Angelika Knapic