Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Credo-Bytes

 

 

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region ist verankert in den Fundamenten reformatorischen Glaubens und leitet sich zurück auf die Reformation Martin Luthers Anfang des 16. Jahrhunderts. Dieser definierte als Grundlagen des evangelischen Glaubens die drei sogenannten „sola“-Prinzipien, was vom lateinischen „allein“ abgeleitet ist.

 

1. Sola scriptura – allein die Bibel als Heilige Schrift ist die Grundlage des christlichen Glaubens, nicht die Kirche mit ihrer Tradition und Geschichte.
2. Sola fide – allein durch den Glauben wird der Mensch vor Gott gerechtfertigt und nicht durch gute Werke.
3. Sola gratia – allein durch die Gnade Gottes wird der Mensch errettet, nicht durch eigenes Tun.  

 

Hierdurch wird Christus – und nicht die Kirche – als oberste Autorität für die Gläubigen anerkannt. Dadurch, dass es keine Autorität gibt, die für uns entscheidet, was Gottes Wort heute und hier in konkreter Anwendung ist, bedeutet evangelisch sein auch, dass alle sich beteiligen können. Alle können und sollen auch selbst urteilen und selbstständig bedenken, um was es geht, und sind hierbei allein Gott und ihrem Gewissen Rechenschaft schuldig. Dies steht hinter dem Ausdruck des „allgemeinen Priestertums aller Gläubigen“. Der Mensch steht in seinem Gebet direkt vor Gott und braucht keine Vermittlung. An die Stelle einer zentralen Auslegungshierarchie tritt die evangelische Auslegungsdemokratie, in der jede Stimme zählt. Jeder Mensch ist gleichberechtigter Teil der Gemeinde. Verbunden wird somit ein Höchstmaß an Freiheit mit einem hohen Maß an individueller Verantwortung. Wenn der evangelische Mensch gerecht handelt, dann nicht, damit er durch gute Werke erlöst wird. Er darf auf die Liebe Gottes und seine Gerechtigkeit vertrauen. Aus Liebe zu Gott und seinen Mitmenschen aber handelt der Mensch gerecht. In liebevoller Gemeinschaft darf er das Diesseits genießen und das ewige Leben als Geschenk annehmen. So bedeutet evangelisch sein auch Vertrauen in Gott, die so genannte Fiducia, zu haben – Luthers Zuversicht.

 



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