Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Wer wir sind

Was ist der Evangelische Kirchenverband Köln und Region?
In der Rheinischen Kirche hatten sich bis Anfang des 21. Jahrhunderts verschiedene Kirchenkreise zu Verbänden zusammengeschlossen, so auch die vier Kirchenkreise Köln-Mitte, -Nord, -Süd und -Rechtsrheinisch. Heute ist der Evangelische Kirchenverband Köln und Region als Zusammenschluss der genannten vier Kirchenkreise der letzte Verband dieser Art in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) - wobei er die größte Zahl an Gemeindegliedern im Bereich des evangelischen Rheinlands unter seinem "Dach" vereint. Die Idee hinter solch einem Zusammenschluss war und ist einleuchtend: Die Zusammenlegung zentraler Aufgaben (wie etwa die Besoldung der Mitarbeiterschaft oder die Pressearbeit) und eine gemeinsame Vertretung nach außen - das macht Sinn, spart Kosten und bringt mehr "Gewicht" in Öffentlichkeit und Politik.

 

Einst Kartäuserkloster, dann Militärlazarett, später Finanzamt, seit 1960 Haus der Evangelischen Kirche

 

Eine Demokratie "für sich": der Evangelische Kirchenverband Köln und Region
Aus dem damaligen "Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Köln" haben sich 1964 die vier evangelischen Kirchenkreise Köln-Süd, Köln-Nord, Köln-Mitte und Köln-Rechtsrheinisch zum heutigen "Evangelischen Kirchenverband Köln und Region" formiert. Zu diesem Verband gehören die Städte Bedburg, Bergheim, Bergisch Gladbach, Brühl, Elsdorf, Erftstadt, Frechen, Hürth, Kerpen, Köln, Kürten, Lindlar, Odenthal, Pulheim, Rösrath und Wesseling, sowie Teile von Bornheim, Nörvenich, Overath und Wipperfürth - die Übersichtskarte finden Sie hier. Mitte 2016 zählt der Verband 280.600 Gemeindeglieder, die in derzeit 58 Kirchengemeinden mit 150 Bezirken zuhause sind. Das klingt kompliziert - und das ist es auch. Mehr noch, wir sind im Rheinland - aber nicht katholisch, was heißt: Im Gegensatz zum Erzbistum ist der Evangelische Kirchenverband Köln und Region nach einem "basis-demokratischen" Prinzip organisiert, der "presbyterial-synodalen" Ordnung. Und die muss man erstmal verstehen: Versuchen wir's!

Die Leitung der Gemeinde
Alle vier Jahre wählen die Kirchengemeinden des Verbandes ihr Leitungsgremium - das Presbyterium, den sogenannten Rat der "Ältesten". Doch "alt" ist ein Mitglied des Presbyteriums hier schon mit 16 Jahren - denn ab dann, besser gesagt: mit ihrer Konfirmation, sind junge Frauen und Männer wählbar in die Leitung einer Gemeinde. Das kommt allerdings (noch) selten vor. Der Altersdurchschnitt in rheinischen Presbyterien liegt derzeit bei etwa 55 Jahren. Übrigens: Theologinnen und Theologen dürfen im Presbyterium nie die Mehrheit haben - dieser Grundsatz gilt in der evangelischen Kirche für alle Leitungsebenen. Das Presbyterium entscheidet über die Finanzen und Nutzung der Kirchbauten, stellt Personal ein, organisiert Veranstaltungen, gibt Publikationen heraus und vieles mehr: Im Grunde handelt ein Presbyterium - einmal wirtschaftlich betrachtet - wie der Vorstand eines Unternehmens. Dieser Grundsatz gilt für alle folgenden Leitungsebenen.

Die Leitung des Kirchenkreises
Im "Parlament" des Kirchenkreises - das ist die "Kreissynode" - versammeln sich Delegierte aus den Gemeinden. Das Präsidium dieses Leitungsgremiums ist wiederum ein Vorstand - der sogenannte "Kreissynodalvorstand", abgekürzt KSV. Den Vorsitz hat die Superintendentin oder der Superintendent, der von der Kreissynode alle vier Jahre gewählt wird. Mehr Information über die Aufgaben der Kirchenkreise und ihrer Organisation hier. Die Kreissynode tagt mindestens einmal, vielfach zweimal pro Jahr.

Die Leitung des Kirchenverbandes
Synode und höchste Leitungsversammlung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region ist die "Verbandsvertretung", in die Kirchenkreise und Gemeinden ihre Delegierten senden. Die Verbandsvertretung kann jedoch auch sachkundige Personen berufen, die kein Amt in der Kirche ausüben: Entscheidend für eine Berufung ist immer nur die "Befähigung zum Presbyter-Amt". Wie die Kreissynode beschließt auch die Verbandsvertetung den Haushalt, den Stellenplan und trifft alle weiteren grundlegenden Entscheidungen des Verbandes demokratisch - wenn auch nicht im "klassischen" Sinne: Nach "presbyterial-synodaler Ordnung" bemühen sich auf jeder Ebene der Kirchenleitung die gewählten Vertreterinnen und Vertreter um "Einmütigkeit" - und das ist mehr als "nur Mehrheit". Die Verbandsvertretung wählt den Stadtsuperintendenten, der den Vorsitz hat. Das Präsidium der Verbandsvertretung ist der Vorstand, dem zwischen den Tagungen der Verbandsvertetung - in aller Regel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst - die Leitung des Kirchenverbandes von der Verbandsvertretung übertragen wird.

Wie arbeitet der Vorstand?
Im Prinzip funktioniert die Leitung durch den Verbandsvorstand wie auf allen anderen oben beschriebenen Ebenen. Der Vorstand empfiehlt der Verbandsvertretung Beschlüsse, fixiert die Tagesordnung ihrer Versammlungen und steht für die kirchenpolitische Ausrichtung der evangelischen Kirche in Köln und Region. Er führt, mit Hilfe der Verwaltung, die Geschäfte des Verbandes und agiert in Ausschüssen und Arbeitskreisen. Interessant ist die Zusammensetzung des Gremiums. Von den 18 Mitgliedern stellen die sechs Theologinnen und Theologen wieder nur die (deutliche) Minderheit, die 12 anderen Vorstandsmitglieder sind "Laien" - allerdings nur in Bezug auf das Pfarramt! In den Vorstand entsendet jeder Kirchenkreis vier Personen - nur der Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch stellt fünf Mitglieder, weil er der geographisch größte und der Kirchenkreis mit den meisten Mitgliedern ist. "Geborene" Mitglieder des Vorstandes sind unter den Geistlichen "der Zwölf" immer die Superintendent/innen. Dazu kommt noch eine Pfarrerin oder ein Pfarrer des Verbandes. Den Vorsitz des Vorstandes führt der Stadtsuperintendent oder die Stadtsuperintendentin.