Symbolisches Durchtrennen eine roten Bandes

Sie eröffneten das neue Gemeindehaus symbolisch und durchtrennten das rote Band: Baukirchmeister Heinz-Werner Gipper, Kreiskantor Thomas Wegst, Superintendentin Andrea Vogel und Pfarrer Andreas Daniels (v.li.)



Kirchenmusikalisches Zentrum an der Markuskirche in Porz eröffnet – Bach-Kantate für den Anlass „angepasst“

Ein Zuhause für die Kirchenmusik, viel Raum für Geselligkeit, Gruppentreffs und Gemeindearbeit – das neue Gemeindehaus an der evangelischen Markuskirche in Porz-Eil, Martin-Luther-Straße 38, wurde jetzt feierlich seiner Bestimmung übergeben. Am Wochenende des Sonntags Kantate, zu Deutsch „Singet!“. Los ging es – wie sollte es anders sein – mit einem Jazzkonzert mit Papa Joe’s Jazzmen, das vom Publikum begeistert mit Beschlag belegt wurde. Einen Tag später folgte die offizielle Eröffnung im Festgottesdienst unter dem Motto „Fünf-vor-Zwölf“ mit Superintendentin Andrea Vogel und Pfarrer Andreas Daniels – und mit einer Kantate von Johann Sebastian Bach.

„Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“ Mit diesem Segensspruch aus dem 1. Petrusbrief (2, Vers 5) leitete Pfarrer Andreas Daniels den Festgottesdienst zur Eröffnung des neuen Kirchenmusik- und Gemeindezentrums an der Markuskirche ein.

Schlankes Gebäude mit einladendem Raum und Glasfassade
Bereits 2011 hatte das Presbyterium in Porz als Ergebnis einer breit angelegten Diskussion in der Gemeinde eine Strukturreform auf den Weg gebracht und die Weichen für das kirchenmusikalische Zentrum an der Markuskirche gestellt, zumal das alte Gemeindehaus stark renovierungsbedürftig war. Aus einem Architektenwettbewerb 2015 ging als Sieger das Architekten-Büro „Maier Architekten“ hervor, dessen Entwurf ein schlankes Gebäude entlang der Solitärkirche mit Zugang zur Kirche, viel offenem, einladenden Raum und Glasfassade vorsah. Als Bauherrenvertretung übernahm die Antoniter Siedlungsgesellschaft (ASG) die Projektsteuerung für die Errichtung des neuen Gemeindehauses, das jetzt mit dreitägigen Feiern, Konzerten und Gottesdiensten eröffnet und in Dienst gestellt wurde.

Andrea Vogel

„Wir brauchen Räume, denen wir uns anvertrauen können“, sagte Superintendentin Andrea Vogel

Freude und Hoffnung stehen bevor
Superintendentin Andrea Vogel reflektierte in ihrer Predigt die besondere Bedeutung von Räumen und Häusern: „Als Menschen, als Glieder einer Kirchengemeinde, brauchen wir Wohn- und Schutzräume, die uns vertraut sind, und denen wir uns anvertrauen können. Sie stiften Beziehungen, geben uns Heimat und stärken unsere Identität.“ Die Superintendentin dankte allen, „die auf diesen Tag hingearbeitet haben, sei es im Presbyterium, im Pfarrdienst oder im Planungs- und Baubereich“. Vier Jahre Planung mit Genehmigungsverfahren und Bauzeit seien vorbei, Freude und Hoffnung stünden aber noch bevor, sagte Andrea Vogel, die es sich nicht nehmen ließ, gemeinsam mit Kreiskantor Thomas Wegst und Pfarrer Andreas Daniels ein symbolisches Band am neu geschaffenen Durchgang von Kirche zum Gemeindehaus durchzuschneiden – und im neuen Haus mitzufeiern.

Der Neubau als leerer Raum

Das neue Gemeindezentrum an der Markuskirche – fotografiert von der ASG kurz vor der Eröffnung

„Jauchzet, frohlocket, der Neubau ist fertig“
Für den Festgottesdienst am Samstag hatten sich Kantor Thomas Wegst und Presbyter Henning Schützendorf eine berühmte Bach-Kantate vorgenommen und für den Anlass „angepasst“, mit eigenen Kompositionen und humorvollen Texten über die mitunter langwierigen Planungs- und Bauphasen. „Jauchzet, frohlocket, der Neubau ist fertig“, so klang es vielstimmig zur Freude der Gemeinde aus den Kehlen der Porzer Kantorei, des Kammerorchesters, der Sopranistin Anna Herbst und des Tenors Nikolaus Borchert. Anschließend stellten sich im neuen Gemeindehaus während zahlreicher Grußworte der Flötenkreis (Leitung Isolde König), der Zündorfer Kinderchor, der Jugendchor und der Jazz- und Gospelchor (alle unter der Leitung von Thomas Wegst) musikalisch vor. Der „5-vor-12“-Gottesdienst bildete den Abschluss der Feierlichkeiten: Die Porzer Kantorei führte die Bach-Kantate 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“ mit dem Porzer Kammerorchester und dem Solistenquartett Anna Herbst (Sopran), Beata Borchert (Alt), Nikolaus Borchert (Tenor) und Gustav Muthmann (Bass) auf. 5 vor 12 – so heißen in Porz Themen-Gottesdienste an jedem 5. Sonntag im Monat. Nicht ganz zufällig trug dieser 5. Sonntag im April 2018 passend zur Eröffnung den richtigen Namen: Kantate – Singet!

 

Text: Manguela Fokuhl/knap
Foto(s): Hans Fokuhl/Antoniter Siedlungsgesellschaft