Bei dem Stichwort „Mehrgenerationenprojekte“ denken viele vielleicht zuerst an „Leihomas oder -opas“. Die gibt es auch, zum Beispiel im Mehrgenerationenhaus Bergisch Gladbach. Doch die Begegnung unterschiedlicher Generationen macht noch ganz andere Dinge möglich: Da gibt es beispielsweise den generationsübergreifenden Freiwilligendienst der Diakonie oder Treffpunkte im Stadtteil, in denen – etwa bei „Butterbrote und Begegnung“ – Kinder wie Senioren gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

 

Die Idee liegt eigentlich auf der Hand: Im Alter besser leben im Mehrgenerationenhaus!

Café Mittendrin, Köln-Dünnwald

Das Café Mittendrin wird unter anderen getragen von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Köln-Dünnwald. Weitere Partner sind das Seniorennetzwerk im Stadtteil und die Nachbarschaftshilfe „Kölsch Hätz“. Das Café ist zu einem Treffpunkt geworden. Der Slogan „Butterbrote und Begegnung“ trifft zu, denn viele Menschen haben entdeckt, dass man dort nicht nur guten Kaffee trinken und bei einem reich belegten Butterbrot den Hunger stillen, sondern sich dort auch prima verabreden oder neue Leute kennenlernen kann. Das ist aber noch nicht alles. Zu den Angeboten gehören eine Trauer-Selbsthilfegruppe, regelmäßige Gesprächsabende und Vorlesestunden für Kinder.

Evangelische Kirchengemeinde Köln-Dünnwald

Familie in der Gesellschaft: Angebote für Alleinerziehende, Begegnung zwischen Generationen

Neben dem inneren Zusammenhalt von Familien spielt deren Einbindung in „äußere“ Kontexte (Nachbarschaft, KiTa, Schule…) eine wichtige Rolle. Häufig stehen die „inneren“ Beziehungen in einem Zusammenhang damit, wie sich Familien im gesellschaftlichen Raum bewegen – welchen Erwartungen sie ausgesetzt sind, welche Unterstützungen sie finden und wie sie eingebunden sind. So gehören auch Angebote für Alleinerziehende oder zur Begegnung zwischen verschiedenen Generationen in diesen Themenbereich der Evangelischen Familienbildungsstätte Köln (FBS).

fbs Evangelische Familienbildungsstätte Köln

Für Menschen allen Alters im "Veedel" aktiv: Buchheimer Selbsthilfe

Zu den Anliegen der Buchheimer Selbsthilfe, kurz BuchSe genannt, gehört es, den im „Veedel“ lebenden Kindern durch Angebote wie Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung, Freizeitgestaltungsmöglichkeiten und Ferienaktivitäten Raum und Anregung für ihre Entfaltung zu bieten. Häufig geht es auch um die Beratung und Existenzsicherung in Familien, dabei reicht das Spektrum der Beratung von finanziellen Nöten über Fragen zum Wohnen, zu Ausbildung und Beruf bis zu erzieherischen Fragen. Seniorinnen und Senioren schließlich lieben die PC- und Internetkurse, in denen ihnen qualifizierte jüngere Menschen beibringen, wie es geht. Nicht zuletzt aufgrund der personellen Kontinuität von Mitarbeitern und Vorstandsmitgliedern ist es gelungen, dass die BuchSe eine feste Größe im Stadtteil geworden ist. Träger sind der Verein Buchheimer Selbsthilfe e.V. und das Diakonische Werk Köln und Region.

Diakonisches Werk Köln und Region

Generationsübergreifender Freiwilligendienst

Der Generationsübergreifende Freiwilligendienst wird derzeit von der Diakonie RWL e.V. modellhaft in den Regionen Köln/Bonn/Rhein-Sieg und Rhein-Erft angeboten. Zielgruppe für diese Freiwilligendienste sind Menschen ab 16 Jahren zwischen Schule und Beruf UND Menschen ab 50 Jahren, nach Beruf oder Familienzeit. Je ein jüngerer und ein älterer Mensch bilden ein Team, das 10 bis 20 Stunden pro Woche arbeitet, individuelle Stundenkontingente können vereinbart werden. Einsatz dieses Teams ist immer in sozialen Einrichtungen für mindestens ein halbes Jahr – maximal 24 Monate sind möglich. Die Trägerorganisation verfügt über einen Pool an Einrichtungen, die gern mit engagierten Freiwilligen zusammen arbeiten möchten. In einem persönlichen Beratungsgespräch werden die Erfahrungen und Interessen der Bewerber/innen erfasst. Im Anschluss erfolgt eine möglichst passgenaue Vermittlung.

Diakonie in Rheinland-Westfalen und Lippe

Köln-Stammheim: Gespräche und Beratung, auch für Senior/innen

Das „Lichtblick – Café + mehr“ der Evangelischen Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim und der katholischen Pfarrei von Köln-Stammheim ist – wie der Name schon sagt – weit mehr als ein Café. So bietet es Gespräche, Seelsorge und allgemeine Lebensberatung – nicht nur für ältere Menschen – an. Jeden Donnerstag gibt es ab 9 Uhr dort ein Seniorenfrühstück. Außerdem werden Beratungen zu häuslicher Krankenpflege und eine Polizeisprechstunde angeboten.

Evangelische Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim

Lindweiler Treff: Kleidung oder Haushaltsgeräte zu kleinen Preisen, Beratung, Treffpunkt für Senioren oder Jugendliche und mehr

Der „Lindweiler Treff“ ist Drehscheibe und zentrale Anlaufstelle im Stadtteil Lindweiler für Menschen jeden Alters, für Institutionen und andere Einrichtungen. Hier wird Stadtteilarbeit geleistet, um Armut und Ausgrenzung zu vermeiden, die Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, Familien zu unterstützen und älteren Menschen die Möglichkeit zu bieten, sich einzubringen. Die ehrenamtliche Arbeit bildet das Fundament des „Lindweiler Treffs“. Zu den Angeboten zählen: Sozial- und Arbeitslosenberatung, Lern- und Freizeitangebote für  Kinder, Eltern-Kind-Gruppen, Seniorenclub und Computerkurse, Bewegungsgruppe „FIT für 100“. Im Café Schatztruhe kann man außerdem gebrauchte Kleidung kaufen oder spenden.

Diakonisches Werk Köln und Region

Mehrgenerationenhaus Bergisch Gladbach

Das Mehrgenerationenhaus in Bergisch Gladbach ist kein Wohnhaus, sondern ein Ort der Begegnung. Es ist aus den vielfältigen Angeboten und Aktivitäten der Evangelischen Kirchengemeinde hervorgegangen. Ziel des Programms ist es, die bestehende Arbeit und Strukturen vor Ort aufzugreifen und in eine bestimmte Richtung auszubauen: besonders wird sich um die Integration sozial benachteiligter Menschen, die Vermittlung von haushaltsnahen und familienentlastenden Dienstleistungen, den Dialog der Kulturen und der Religionen, sowie das Miteinander der Generationen bemüht. Das Mehrgenerationenhaus Bergisch Gladbach fördert auch die Integration sozial benachteiligter Menschen durch Angebote wie beispielsweise Sprachkurse für Migrantinnen oder PC-Kurse zur weiteren Qualifizierung von Arbeitssuchenden. Dazu zählt außerdem die Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen (Einkaufshilfen, Fahrdienste für Senioren, Kinderbetreuung), die Familien, BerufswiedereinsteigerInnen oder auch Senioren entlasten sollen. Des weiteren werden durch Vortragsreihen, interreligiöse Feste und Kursangebote wie zum Beispiel die „Multikulturelle- Interreligiöse- Theatergruppe“ (M.I.T.) sowohl die Integration, als auch der Dialog zwischen Kulturen und Religionen gefördert. Die offene Begegnungsstätte, wie auch die intergenerative Konzeptionierung der Angebote (Leihgroßeltern-Vermittlung, Hausaufgabenbetreuung, Märchennachmittage von Senioren für Kinder) hat zudem stets das Miteinander der Generationen im Blick.

Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach