In Deutschland ist mit einem Anstieg der Demenz von derzeit rund 1,3 Millionen Betroffenen auf voraussichtlich 2,6 Millionen im Jahr 2050 zu rechnen. Diakonische und andere Anbieter im Bereich des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region haben sich schon jetzt mit einem äußerst vielfältigen Angebot für Menschen mit Demenz auf diese Entwicklung eingestellt, hier eine Auswahl der Angebote:

 

Menschen mit Demenz öffnen oft alte Fotos vergessene "Türen" der Erinnerung an gute Zeiten...

Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz

Die Diakonie gGmbH Köln und Region ist Mitinitiator verschiedener ambulant betreuter Wohngemeinschaften, in denen sie auch Pflege und Betreuung der Bewohner/innen übernimmt. Die Diakonie-Mitarbeiter/innen sind rund um die Uhr vor Ort. Der Tagesablauf wird nach den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner/innen gestaltet. Zum Konzept gehört es, die Fähigkeiten der Bewohner/innen zu bewahren und zu fördern und sie soweit wie möglich in den Alltag einzubeziehen. Die individuelle Biographie, persönliche Vorlieben, Abneigungen und Interessen werden dabei berücksichtigt. Besonderer Wert wird auf die Selbstbestimmung der Bewohner/innen und ihrer Angehörigen gelegt: Sie entscheiden, mit wem die Wohnung geteilt wird, wie die Wohnung ausgestattet ist, was gegessen wird und wer Pflege und Betreuung bereit stellt.

Diakonie gGmbH Köln und Region, ambulante Alten- und Krankenpflege

Clarenbachwerk: Heinrich Püschel Haus in Müngersdorf, für Senior/innen und Menschen mit Demenz

Das Heinrich Püschel Haus ist das größte Haus des Clarenbachwerks Köln. Es liegt, umgeben von gepflegten Gartenanlagen, im „grünen Stadtteil“ Müngersdorf und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen. Ein besonderes Anliegen ist dem Heinrich Püschel Haus die Betreuung von Menschen mit Demenz. Auf drei Etagen wurde eine besondere Wohnform etabliert, die den von Demenz betroffenen Menschen ein möglichst stressfreies und sicheres, von Gemeinschaft geprägtes Leben ermöglicht.

Clarenbachwerk Köln gGmbH

Demenzcafé im Helmut-Hochstetter-Haus, Bergisch Gladbach

Neben der Tagespflege im Helmut-Hochstetter-Haus wurde ein gemütliches Wohnzimmer für einen „Kaffeeklatsch“ eingerichtet. Schöne alte Möbelstücke, Bilder und warme Farben gestalten einen Raum, in dem man sich besonders wohl fühlt und an zuhause erinnert wird. Hier kann man gerne einen gemütlichen Nachmittag verbringen.  Eingeladen sind ältere Menschen, die trotz ihrer körperlichen und/oder seelischen Beeinträchtigung weiterhin in ihrer häuslichen Umgebung leben und dort von ihren Angehörigen betreut werden. Pflegende Angehörige haben so den notwendigen Freiraum, um Einkäufen, Besuchen oder Hobbies nachzugehen, während ihr zu betreuendes Familienmitglied gemütlich beim Kaffeeklatsch sitzt.

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach

Johanniter-Stift Köln-Poll

Das Johanniter-Stift Köln-Poll wurde als gehobene, mehrgliedrige Einrichtung für Senioren im Jahr 2007 neu errichtet. Dort haben Seniorinnen und Senioren heute die Wahl, wie sie wohnen möchten. Das Haus verfügt über 81 Pflegewohnplätze in Einzelzimmern. Hierunter befinden sich zwei Wohngemeinschaften für dementiell erkrankte Menschen mit insgesamt 14 Bewohnern. Separat im Erdgeschoss und in den Obergeschossen des Hauses befinden sich die insgesamt 30 Stiftswohnungen. Diese sind sowohl für Einzelpersonen als auch für Paare geeignet.

Die Johanniter

Nicht allein und nicht im Heim: Demenz-WG der ASG in Köln-Bayenthal

In dieser Gruppenwohnung der Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (ASG) können acht Menschen mit Pflege- und Hilfebedarf individuell und rund um die Uhr betreut und gepflegt werde. Und trotzdem ist es eine echte Wohngemeinschaft: Bewohnerinnen und Bewohner legen – gemeinsam mit ihren Angehörigen – fest, welcher Pflegedienst sie betreut. Der Tagesablauf in der WG richtet sich nach den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner. Um in dieser ambulant betreuten WG wohnen zu können, ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. Die ASG-Mitarbeitenden beraten Interessenten jederzeit gern über alle finanzielle (und andere) Fragen.

Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region (ASG)

TANDEm: Angebote für Menschen mit Demenz und deren Angehörige

Ob eine gemeinsame Kaffeestunde für Menschen mit Demenz, bei der sie von Fachkräften betreut werden – damit pflegende Angehörigen auch einmal Zeit für sich selbst haben -, oder die Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige; ob Tanztee am Sonntag Nachmittag für erkrankte Menschen oder die Vermittlung geschulter Helferinnen und Helfer nach Hause, um den pflegenden Angehörigen im Betreuungsalltag freie Zeit zu ermöglichen – dies alles hat die Diakonie gGmbH Köln und Region unter dem Stichwort TANDEm gebündelt. Für die stundenweise Vermittlung von Helferinnen und Helfern nach Hause muss zwar eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden. Die wird in aller Regel jedoch von den Pflegekasse erstattet.

Diakonie gGmbH Köln und Region, ambulante Alten- und Krankenpflege

Wohngruppen für Demenzkranke: Seniorenzentrum Am Quirlsberg, Bergisch Gladbach

Das Evangelische Seniorenzentrum "Am Quirlsberg" bietet sieben Wohngruppen mit Platz für jeweils zwölf Bewohner. Zehn großzügige  Einzel- und eine Doppelwohnung stehen zur Verfügung. Ein eigenes behindertengerechtes Bad gehört dazu. Eigene Möblierung ist möglich und erwünscht (mit Fernseh- und Telefonanschluss). Gemütliche großzügige Wohnküchen laden zum Gespräch oder zur Begegnung mit den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ein. Zu den Mahlzeiten werden frisch zubereitete Speisen (auf Wunsch auch Schonkost oder Diäten) serviert. das große therapeutische Warmwasserschwimmbad im Nachbarhaus steht kostenlos zur Verfügung

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach

Wohnprojekt für russischsprachige Demenzkranke und Pflegebedürftige in Köln-Vingst

„Nascha Kwartihra“ (zu deutsch: Unsere Wohnung) ist ein innovatives Wohnprojekt für russischsprachige Demenzkranke und Pflegebedürftige im Kölner Stadtteil Vingst. Seit Juli 2006 leben acht Seniorinnen und Senioren in einer von der „GAG Immobilien AG“ erstellten 261 m² großen Wohnung zusammen, wo sie rund um die Uhr von einem Pflegeunternehmen betreut und begleitet werden. An der Organisationen dieses deutschlandweit ersten Projekts dieser Art sind außerdem beteiligt: das Diakonische Werk Köln und Region, das Kölner Kultur- und Integrationszentrum Phoenix sowie die die Agentur für Wohnkonzepte. Hintergrund des Projekts ist, dass die Menschen immer älter werden und damit auch die Zahl der Demenzkranken zunimmt. Davon sind natürlich auch Migrant/innen betroffen – die Demenz führt unter anderem dazu, dass später erlernte Sprachen wieder vergessen werden und die Übernahme fremder Gewohnheiten nicht mehr möglich ist. Das Modellprojekt ist mittlerweile Vorbild für weitere Wohnprojekte in Köln und in ganz Deutschland.

Diakonisches Werk Köln und Region