Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Seelsorge

Neben der Predigt ist es die Seelsorge, die für Martin Luther die Kirche zur Kirche machte. Predigen und Seelsorge waren für ihn die wichtigsten Aufgaben eines Pfarrers, einer Pfarrerin. Der eigentliche Ort der Seelsorge aber ist die Heilige Schrift. Denn da redet Christus zu den Menschen, kurz: Jesus ist der Seelsorger, in dem Gott menschfreundlich und sich erbarmend in unsere Welt gekommen ist. So gesehen, ist der Begriff "Seelsorge" zugleich leicht und schwer zu fassen. Am ehesten gelingt das wohl über die Bedürfnisse der Menschen, die Seelsorge suchen. Und über den Ort, an dem sie sie suchen.

 

Mehr als das Rote Kreuz oder das Schweizer Symbol: universelles Zeichen christlicher Nächstenliebe.

 

Die Gemeinde als Leib Christi, ausgestattet mit dem Heiligen Geist, ist der Ort, an dem Gott den Menschen besonders begegnet. Darum ist die Gemeinde ein heilsamer Ort, ein Ort der Seelsorge. Wenn Gemeinde zusammenkommt, gemeinsam Gottesdienst feiert und ihrem Herrn dient, entfaltet sie nach der Auffassung nicht weniger Theologen heilsame Kräfte, die auf den Einzelnen übergehen können. So entsteht die seelsorgerliche Kraft einer Gemeinde, wie sie in der Gemeinde wirkt. Es geht aber auch aktiver: Gemeindeseelsorge kann auch Seelsorge im Sinn von Diakonie bedeuten: Seelsorge als Tat, zum Beispiel in der Krankenpflege oder als Finanzhilfe.

Seelsorge bedeutet grundsätzlich, Menschen in ihren Lebens- und Glaubensfragen zu begleiten. Dies geschieht im persönlichen Gespräch, je nach Situation, aber auch in Gebeten, durch tröstende und aufmunternde Worte aus der Bibel, durch Segensgesten. Da die Evangelische Kirche während der Reformation die Überzeugung vom allgemeinen Priestertum der Glaubenden gefunden hat, gilt auch heute: Jeder Christ ist ein Seelsorger. Doch so einfach kann das in der Realität nicht immer sein: Seelsorge braucht vor allem Glauben - aber auch Wissen und Kenntnis. Seelsorge sollte den Horizont des Ewigen in den Blick nehmen und auf ihn verweisen können, die Brücke vom Zeitlichen zum Ewigen aufzeigen und sie überqueren helfen. Seelsorge ist gleichzeitig Lebens- wie Glaubenshilfe und möchte dem Menschen dadurch dienen, dass er in einer guten Beziehung zu Gott, zu den Mitmenschen, zu sich selbst und zu seiner Umwelt verantwortlich leben kann. Dieser Bereich der Seelsorge ist eng verbunden mit den "Kasualien", jenen Amtshandlungen, in denen Pfarrerinnen und Pfarrer Menschen dabei helfen, mit Gott in Verbindung zu treten oder zu bleiben, und zwar an jeweils entscheidenden "Schaltstellen" des Lebens: bei Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung.

Und dann gibt es noch die seelsorgerlichen Bedürfnisse einzelner Menschen oder Menschengruppen: Das Bedürfnis nach sofortiger Hilfe, auf das die Telefonseelsorge zu jeder Tages- und Nachtzeit reagiert. Oder die quälenden Fragen einer Polizistin, eines Mitarbeitenden bei Notfalldiensten oder in der Feuerwehr, auf die die Notfallseelsorge reagiert. Oder die Suche eines Soldaten nach Trost und Zuspruch nach einem besonders schweren Einsatz, bei der die Militärseelsorge helfen kann. Andere Personengruppen wünschen sich einfach eine andere Ansprache oder möchten spezielle Aspekte ihres Glaubens betonen: Gehörlose, Menschen im Krankenhaus oder im Gefängnis, Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, Schwule und Lesben - ihnen allen bieten die Gemeinden, Ämter und Einrichtungen besondere Seelsorgemöglichkeiten.

Das größte Feld für Seelsorge aber ist wohl die Gemeinde. Pfarrerinnen oder Pfarrer (lat.: parochus = Nachbar) sind zum Dienst in einer Gemeinde oder einem besonderen kirchlichen Arbeitsfeld berufene, ordinierte Trägerinnen und Träger des geistlichen Amtes. Alle Pfarrer und Pfarrerinnen des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region sind über die Recherche mit ihren jeweiligen Kontaktdaten jederzeit auffindbar.



» Die Seelsorgeangebote für spezielle Zielgruppen