Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

Gemeindeleben gestalten und am Zusammengehörigkeitsgefühl mitwirken

Der neu gewählte Presbyter Lars Becker spricht über sein künftiges Ehrenamt in Pulheim

15.03.2016

„Nach vielen berufsbedingten Umzügen bin ich mit meiner Familie vor fünf Jahren in Stommeln gelandet. Hier haben wir uns entschieden, dauerhaft zu bleiben, nicht zuletzt, weil wir in der Gemeinde so herzlich aufgenommen wurden und viel Unterstützung und Gemeinschaft erfuhren. Als neuer Presbyter will ich dazu beitragen, dieses intensive Gemeinschaftsgefühl auch anderen zu vermitteln!“. So beschreibt Lars Becker, einer der neu eingeführten Presbyter, seine Motivation, sich für dieses Ehrenamt zur Verfügung zu stellen. Unterstützt wurde er durch seinen Gemeindepfarrer Volker Meiling.

Lars Becker ist neuer Presbyter im Gemeindebezirk Stommeln der Gesamtgemeinde Pulheim
In der Evangelischen Kirchengemeinde Pulheim konnten nur im Bezirk Pulheim mehr Kandidatinnen und Kandidaten als zu besetzende Stellen gefunden werden, so dass die Kandidaten für die Bezirke Sinnersdorf und Stommeln bereits vor dem Wahltag (14. Februar 2016) als gewählt galten. So auch Lars Becker.

„Ich schätze die Familienfreundlichkeit“
„Es ist schon schöner, wenn man tatsächlich aktiv gewählt wird, anstatt nur benannt zu werden“, meint der 38-jährige Diplom-Kaufmann. Dennoch freut er sich darauf, das Gemeindeleben in der Gemeinde im Rhein-Erft-Kreis mitgestalten zu können, seine Gemeinde zu stärken und am Zusammengehörigkeitsgefühl mitzuwirken. Das will der Vater von zwei Kindern (drei und sechs Jahre) vor allem, wenn es um das Thema „Familie“ geht. „Ich schätze die Familienfreundlichkeit der Gemeinde, die sich zum Beispiel in Form des wunderbar geführten Kindergartens ‚Der Regenbogen’ äußert. Ich nehme gern mit meiner Familie an Familiengottesdiensten teil und schätze insbesondere die offene Gestaltung und Einbeziehung der Kinder sowie das Zusammenkommen in unserer Nachbarschaft“, sagt der Stommelner.

„Es geht um die frohe Botschaft“
Am 6. März wurde Becker zusammen mit weiteren Presbyterinnen und Presbytern in einem feierlichen Gottesdienst in der Stommelner Kreuzkirche in sein neues Amt eingeführt. „Er gebe dir immer etwas zum Freuen“ stand auf dem Geschenk, das die neuen „Gemeindeältesten“ erhielten. „Das lässt ja fast vermuten, dass die Mitarbeit im Presbyterium nicht immer ein Spaß ist. Und die Sitzung des Presbyteriums nicht unser monatliches Freudenfest ist“, meinte Pfarrer Johannes Böttcher während der Einführung augenzwinkernd. Beim Presbyteramt gehe es „um Aufgabe und Verantwortung“, aber auch um die Frohe Botschaft und die Freude am Evangelium, stellte Böttcher fest. „Um Freude also, die aus dem Herzen kommt, um eine Botschaft, die Herzen bewegt“, ergänzte er.

In die neue Rolle hineinfinden
Die Freude an seiner neuen Aufgabe ist auch bei Lars Becker zu spüren. „Ich muss mich noch in die neue Rolle einfinden. Unsere konstituierende Sitzung hat ja noch nicht stattgefunden. Von daher ist mir die Arbeitsaufteilung noch unklar“, erklärt er. Zunächst wolle er die Arbeit in der Gemeinde noch besser kennenlernen, die Themen findet er spannend und die neue Verantwortung sei ihm durchaus bewusst. „Ich habe erst auf den zweiten Blick realisiert, dass ich nun aktiv an Entscheidungen beteiligt bin. Das ist ja auch von finanzieller Bedeutung“, resümiert er.

Intensive Auseinandersetzung und bewusste Entscheidungen
Becker will sich intensiv mit den Fragestellungen und Themen in der Gemeinde auseinandersetzen und ganz bewusst Entscheidungen treffen. Als Unternehmensberater, so hofft er, kann er neue Perspektiven in die Gemeindearbeit einbringen. „Beruflich arbeite ich in einem ganz anderen Kontext. Für mich ist es eine echte Bereicherung, wie hier zusammengearbeitet und miteinander umgegangen wird!“, freut er sich.

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Am 6. und am 13. März 2016 wurden die neuen Presbyterien im Bereich des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt. Gewählt wurde nur in 53 Prozent der Kirchengemeinden. Neben der Möglichkeit der Gemeindewahl gab es das Kooptationsverfahren, bei dem das bestehende Presbyterium über die Kandidatenliste abstimmen konnte. Die Amtszeit beträgt für alle Presbyterinnen und Presbyter vier Jahre, die nächste Wahl wird im Jahr 2020 sein.



Text: Susanne Hermanns/knap
Foto(s): www.foto-pallgen.de