Flüchtlinge auf dem Dorf willkommen heißen

Initiative aus Rheinhessen "Willkommen im Dorf" veröffentlicht Arbeitshilfe

Dieser Artikel wurde am 12.03.2016 veröffentlicht.
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12.03.2016

Eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in ländlichen Regionen kann aufgrund fehlender Infrastruktur eine große Herausforderung sein, etwa wenn Geschäfte oder Arztpraxen weit entfernt liegen. Die Initiative „Willkommen im Dorf“ aus dem rund 1 600 Einwohner zählenden Jugenheim in Rheinhessen beweist allerdings, dass auf dem Land eine Chance zur Integration besteht, und dass auch ohne professionelle Strukturen vor Ort mit Freiwilligen eine sinnvolle Unterstützung für Hilfesuchende aufgebaut werden kann.

Die Evangelische Kirche im Rheinland ist Mitherausgeberin der Arbeitshilfe "Willkommen im Dorf" mit vielen Tipps und Erfahrungsberichten zum Aufbau einer Initiative zur Integration von Flüchtlingen auf dem Land.

Denn die Jugenheimer setzen auf gute Nachbarschaft und örtliche Vereine, denen eine entscheidende Schlüsselrolle zukommt, wenn es darum geht, Menschen in ihrer neuen Umgebung zu unterstützen.

Mix aus Tipps und Erlebnisberichten
In einer 48-seitigen Arbeitshilfe mit dem Titel „Willkommen im Dorf“ stellt die Initiative in einem Mix aus Sachinformationen zum Thema Flucht und Integration, praxisnahen Tipps mit Checklisten, Erlebnisberichten und persönlichen Statements ihre Arbeit mit vielen positiven Erfahrungen vor. Herausgegeben wurde die Veröffentlichung, die kürzlich in Mainz vorgestellt wurde, von der Diakonie Hessen, der hessen-nassauischen, der rheinischen und der pfälzischen Kirche sowie von der Initiative „Willkommen im Dorf“.

Spezielles Patensystem nutzt die gute Vernetzung vor Ort
Auf dem Land sei es oft leichter, Netzwerke zu bilden, erklärt eine Pfarrerin in dem Heft. Vereine, politische Parteien und interessierte Bürgerinnen und Bürger seien von Anfang an in das Engagement für Flüchtlinge eingebunden worden. Damit sich Beziehungen besser entwickeln können, sei ein spezielles „Patensystem“ entstanden. So könne man Patenschaften für einzelne Familien, für ein Haus oder eine Wohnung mit Flüchtlingen übernehmen.

Bundesweite Aufmerksamkeit für Jugenheimer Patenmodell
Das Jugenheimer Patenmodell hat inzwischen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die vielen Anfragen gaben der Initiative den Anstoß, ihre Erfahrungen in einer Arbeitshilfe zu sammeln und damit weitere Initiativen bei ihrem Aufbau zu motivieren und zu unterstützen.

Bestelladresse:
Diakonie Hessen, Meike Haas, Ederstraße 12, 60486 Frankfurt am Main, E-Mail: meike.haas(a)diakonie-hessen.de, www.menschen-wie-wir.de .



Text: APK/She