Sessionseröffnungsgottesdienst in der Christuskirche Köln-Dellbrück

Otmar Baumberger: „Das hätte vor 111 Jahren keiner gedacht, dass wir heute hier so gemeinsam feiern können“

Dieser Artikel wurde am 06.01.2016 veröffentlicht.
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06.01.2016

Das aktuelle Sessions-Motto „Mer stelle alles op der Kopp“ interpretierten die drei Pfarrer beim 14. „Sessionseröffnungsjoddesdeens“ am 3. Januar 2016 in der Christuskirche in Köln-Dellbrück ökumenisch: Die beiden evangelischen Pfarrer, Otmar Baumberger und Klaus Völkl von der Pauluskirche, zogen in weißen Alben mit bunten Stolen ein, während der katholische Geistliche Franz Josef Wimmer schwarzen Talar mit rot-weißem Beffchen trug. „Ich bin jetzt Tradition“ betonte Wimmer, der zum dritten Mal in Folge diesen besonderen ökumenischen Gottesdienst op kölsch mitgestaltete.

Die Pfarrer Klaus Völkl, Franz Josef Wimmer und Otmar Baumberger

„Das hätte vor 111 Jahren keiner gedacht, dass wir heute hier so gemeinsam feiern können“, sagte Pfarrer Baumberger in seiner Predigt und wies damit zugleich auf das jecke Jubiläum der Christuskirche hin, die 2016 seit 111 Jahren existiert. Noch vor 50 Jahren wäre es undenkbar gewesen, „dass Pastöre ihre Klamotten tauschen und alle Vereine gemeinsam in einer Kirche feiern.“

Erstmals winkte „Elferrat“ von der Orgelempore
Rund um den Altar hatten sich wieder die Plaggen-Träger sämtlicher Dellbrücker Vereine – vom Heimatverein „Ahl Kohjasser“, über Freiwillige Feuerwehr, „Ärm Söck“, Dellbrücker Piraten und „Löstige Quallmänner“ bis zu Kajuja, KG Blau-Rot und und KG UHU - versammelt, während zum ersten Mal von der Orgelempore ein spontan gegründeter Elferrat herunter winkte. Mehr als 400 Menschen sangen und schunkelten zu eingekölschten Kirchenliedern und christlich umgetexteten Karnevalsliedern, musikalisch intoniert von der Kapelle „Blos mer jet“ und an der Orgel begleitet von Reiner Schnitzler.
Im weihnachtlich geschmückten Altarraum präsentierten die Kindertanzgruppen „Schnäuzerpänz“ und „Kajuja-Küken“ ihre neuen Sessions-Tänze: Während die Küken zu Cat Balous „Dat kölsche Hätz“ tanzten, zeigten die Schnäuzer-Pänz eine Choreographie mit Schirm zum Miljö-Hit „Aape“.

Neues wagen und auf Menschen zugehen
Angesichts des Sessionsmottos „Mer stelle alles op der Kopp“ appellierte Baumberger an die jecke Gemeinde, Neues zu wagen, auf Menschen zuzugehen, keine Angst zu haben und an das Gelingen zu glauben. Als bekennender FC-Köln-Fan müsse er bei diesem Motto aber auch an Fußball denken - auch wenn er angesichts eines einstelligen Platzes vor der Weihnachtspause die Tabelle diesmal nicht auf den Kopf stellen wollte. In seine Predigt ließ Baumberger einen Fußball-Witz einfließen: Himmel spielt gegen Hölle. Auf Petrus Ansage „Wir gewinnen!“ und seine Aufzählung verstorbener Fußballgrößen folgt die Antwort des Teufels „Aber wir haben alle Schiedsrichter!“



Text: Martina Schönhals
Foto(s): Joachim Badura