Erste „Nacht der Mystik“ in katholischer und evangelischer Kirche in Chorweiler am 19. März 2010. Außerdem: "Mystik Walk"



09.03.2010

Seit es Menschen gibt, die sich und ihr Dasein reflektieren können, suchen sie nach einer Wirklichkeit hinter der sichtbaren Realität. Auch heute fragen sich viele: „Was trägt die Welt im Innersten?“ und „Wie kann ich – jenseits unseres zweckrational organisierten Alltags – zu tieferer Erkenntnis kommen?“ Um Antworten auf diese Fragen nach dem Grund des Lebens zu finden, gehen ganz verschiedene Wege: Meditation, Kontemplation und Askese gehören zum festen Bestand bei der Sinnsuche.

Das Logo zu der "Nacht der Mystik"

Beitrag zur Integration
Dem trägt die „Nacht der Mystik“ Rechnung. Sie ist eine ökumenische Veranstaltung unter dem Motto "Halt an, wo läufst Du hin" der Katholischen Kirchengemeinde Johannes XXIII. und der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Neue Stadt am Freitag, 19. März. Sie will – auch im Sinne einer interreligiösen Begegnung – Christen wie Nicht-Christen ansprechen. Veranstaltungsorte sind die Evangelische Stadtkirche Chorweiler, Pariser Platz 32, und die Katholische Kirche Seliger Johannes XXIII, Kopenhagener Straße 5. Der Ort des Events ist ganz bewusst gewählt: In Köln-Chorweiler leben Menschen aus über 100 Nationalitäten; auf engstem Raum finden sich eine katholische und eine evangelische Kirche sowie eine Synagoge. Die Veranstaltung ist daher auch ein Beitrag zur Integration, und zwar durch das Wiederentdecken des gemeinsamen mystischen Erfahrungskerns. Zu den Unterstützern und Förderern gehören auf evangelischer Seite die Melanchthon-Akademie und der evangelische Kirchenkreis Köln-Nord.

Vierstündiges Programm für alle Sinne
Angesprochen werden alle Sinne: Über Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Tanz, über bildende Kunst, über Texte und in Stille können die Besucherinnen und Besucher in eine meditative Atmosphäre eintauchen.Texte und heilige Schriften aus unterschiedlichen Religionen wie Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Zen-Buddhismus leiten als roter Faden durch das vierstündige Programm.
Zu den Mitwirkenden gehören die Sängerin Maria Jonas, die stets auf der Suche nach einer lebendigen Auseinandersetzung mit alter und jeglicher Art von Musik ist., sei es als Solistin, sei es in ihren Ensembles Ars Choralis Coeln (Frauenschola) und Ala Aurea (Ensemble für mittelalterliche Musik). Maria Jonas studierte zunächst Oboe in Köln und leitete später einige Jahre eine Musikschule in Venezuela.
Susanne Ansorg, in Arnstadt geboren und aufgewachsen, bekam mit vier Jahren Geigenunterricht. Ab dem 13. Lebensjahr lernte sie Gitarre und Blockflöte, später Klavier. Ab 1989 studierte Susanne Ansorg Germanistik, Musikwissenschaft und Musikpädagogik an der Universität Leipzig und spielte in verschiedenen Ensembles. Sie konzertiert in ganz Europa, Nord- und Südamerika, Japan und Australien mit verschiedenen Ensembles für mittelalterliche Musik, darunter „Sequentia“, „Sarband“, „The Harp Consort“, „Ars Choralis Coeln“ und „Ala Aurea“.
Wolfgang Bretschneider ist Organist, Musik- und Liturgiewissenschaftler. Er studierte katholische Theologie, Philosophie, Musikwissenschaft und Pädagogik in Bonn und München. 1967 wurde er zum Priester geweiht. Er promovierte im Fach Musikwissenschaft mit einer Arbeit über das Kirchenlied der Aufklärungszeit. Seit 1987 ist Bretschnider Professor an der Musikhochschule Düsseldorf, seit 1994 an der Musikhochschule Köln für Liturgik und Kirchenmusik.
Das kosmosVOKALensemble wurde 2006 gegründet. Es ist auf aktuelle Kompositionen, intuitive und improvisierte Musik sowie auf Neues Musiktheater spezialisiert. Ferner entstehen neue Interpretationen des mittelalterlichen Chorals. Das Ensemble wird geleitet von Frank Stanzl. Stanzl studierte Kirchenmusik, Orgel, historische Tasteninstrumente und Komposition in Köln. Bedeutende Lehrer waren Johannes Fritsch, Klarenz Barlow und György Ligeti.
Die Flötistin Stephanie Bosch ist Gründerin des Barockensembles „La Gioia Köln“ und spielt Traversflöte in verschiedenen Barockorchestern. Bei der "Nacht der Mystik" frönt sie ihrer zweiten musikalischen Leidenschaft: dem Spiel auf der nordindischen Bambusflöte Bansuri.
Gregor Weber ist Tänzer, Choreograph und Regisseur. Von 1979 bis 1989 war er in Köln als Schauspieler und Performer tätig. Er zeigte zwei Körpersoli in Eigenproduktion und arbeitete beim NHK (dem japanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender) als Schauspieler und Sprecher. Bei der "Nacht der Mystik" wird Gregor Weber zusammen mit dem belgischen Musiker und Bildhauer Peter Jacquemyn auftreten, der ihn bei seiner „White Body-Butoh Tanz Performance“ am Kontrabass begleitet.

"Mystik Walk" in der Nacht
Der „Nacht der Mystik“ angeschlossen ist ein Mystic Walk, der Kunstwerke der Künstlerin Gaby Ludwig in der Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche und der Synagoge in Chorweiler sowie der Moschee in Feldkassel vorstellt. Sie arbeitet zu den Themen Buddhismus, Atheismus, Christentum, Taoismus, Naturreligion und Sufismus. Die Künstlerin arbeitet mit greifbaren Materialien wie Wachs, Papier, Sisal und Kohle, passt ihre Installationen den Räumen an, bringt wirkungsvoll Licht und Schatten
zum Einsatz und rundet die umfassende Erfahrung mit Geräuschen ab. Sechs der Kunstwerke werden während der „Nacht der Mystik“ in der evangelischen (Buddhismus,
Hinduismus sowie Atheismus) und der katholischen Kirche (Christentum, Taoismus und Naturreligion) präsentiert. Jeweils ein Kunstwerk, nämlich zum Judentum und zum islamischen Sufismus, sind im jüdischen Gemeindezentrum am Pariser Platz und in der Moschee in Feldkassel installiert. Alle acht Kunstwerke werden im Rahmen des „Mystik Walk“ zu sehen sein. Bei dieser Aktion werden die Besucherinnen und Besucher unter Führung der Künstlerin nacheinander die vier Orte aufsuchen. Die Aktion findet statt an den Sonntagen vor und nach der „Nacht der Mystik“, also am 14 und am 21.3.
Auch Schulen sind zum „Mystic Walk“ eingeladen.

Von Montag bis Donnerstag, 15. bis 18 März, werden auch Führungen für Schulklassen von dem Kunstbeauftragten des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, Pfarrer i.R. Erich Witschke, angeboten.

Der Eintritt zur "Nacht der Mystik" kostet 12 Euro im Vorverkauf und 15 Euro an der Abendkasse, ermäßigt 10 bzw.12 Euro. Der Eintritt zum "Mystik Walk" kostet 5 Euro im Vorverkauf und 7 Euro an der Abendkasse. Vorverkaufsstellen sind die Evangelische Informationsstelle Köln, Schildergasse 57, und das Sekretariat der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b sowie die katholische und evangelische Kirchengemeinde in Köln-Chorweiler.

Weitere Informationen finden Sie hier.



Text: APK/

Beiträge zu ähnlichen Themen:

Im Februar in Köln-Lindenthal: Tagung zur Spiritualität,
veröffentlicht: 11.01.2011, archiviert seit: 25.02.2011

Erich Witschke führte während des DEKT zu den Arbeiten in der Altstadt: „die andere seite“ – diesmal linksrheinisch,
veröffentlicht: 09.06.2007, archiviert seit: 17.06.2007

„Nach der Schrift“ – Ausstellung mit Bildern von "Bibel und Kultur-Stiftungs-Preisträger" Gustav Kluge in der Trinitatiskirche,
veröffentlicht: 17.11.2006, archiviert seit: 24.11.2006

Neuer Hindu-Tempel in Köln eingeweiht,
veröffentlicht: 09.06.2005, archiviert seit: 19.06.2005

Bundesweit einmalig: „Raum der Stille“ im Kölner Polizeipräsidium eröffnet,
veröffentlicht: 22.05.2005, archiviert seit: 31.05.2005

Partnerschaftsvereinbarung: evangelische Gemeinde Köln-Neue Stadt und katholische Pfarrgemeinde St. Johannes,
veröffentlicht: 29.04.2005, archiviert seit: 06.05.2005

Geht das? »Die Vernunft der Mystik« - die Melanchthon-Akademie stellt ungewöhnliche Fragen,
veröffentlicht: 10.05.2004, archiviert seit: 18.05.2004