Weltgebetstag der Frauen: Lebendigkeit der Kultur Kameruns steckte alle Teilnehmenden im zentralen Gottesdienst an
07.03.2010
Singend und tanzend zogen rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Basilika St. Gereon in der Kölner Innenstadt ein. Unter dem Motto „Alles, was Atem hat, lobe Gott“ feierten sie hier am Vorabend des Weltgebetstages der Frauen den zentralen ökumenischen Gottesdienst in Köln. Begleitet von Gitarren und afrikanischen Rhythmusinstrumenten sorgten sie so für einen sehr lebendigen Auftakt der spirituellen Veranstaltung und ließen die Kultur Kameruns in Köln lebendig werden. Aus dem afrikanischen Land kommt die diesjährige Weltgebetstagsordnung.
![]() | Für die musikalische Begleitung beim Gottesdienst sorgte ein Ensemble unter der Leitung der evangelischen Kirchenmusikerin Barbara Bannasch (r.) |
Zentraler Gottesdienst erstmals in St. Gereon
In dem katholischen Gotteshaus in der Innenstadt fand der zentrale Gottesdienst erstmals statt. „Wir treffen uns eigentlich im Wechsel in der evangelischen Trinitatiskirche und in der katholischen Kirche Groß St. Martin. Dort hat es in diesem Jahr aber nicht geklappt, so dass wir nach St. Gereon ausgewichen sind“, erzählte Pfarrerin Almuth Voss vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region. Die Schulpfarrerin engagiert sich ehrenamtlich im „Ökumenischen Arbeitskreis Weltgebetstag“, der die Feier in der Domstadt vorbereitet. Mitglieder von zehn verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen, Vertreterinnen von Verbänden wie der Evangelischen Frauenhilfe Köln, dem Katholischen Frauenbund oder der Heilsarmee aktiv sind. Der Arbeitskreis organisiert den zentralen Gottesdienst am Vorabend des Weltgebetstages der Frauen und im Vorfeld eine Veranstaltung mit Fachkräften für so genannte Multiplikatorinnen. „Dabei werden Frauen aus den einzelnen Gemeinden auf den Weltgebetstag vorbereitet. Die Liturgie wird vorgestellt, außerdem gibt es viele Informationen über das Land, aus dem sie stammt“, erläuterte Voss. So vorbereitet veranstalten diese Frauen in die Gottesdienste am Weltgebetstag in ihrer jeweiligen Gemeinde. Denn: „Der Weltgebetstag lebt in seiner regionalen, gemeindlichen Tradition“, betonte Voss.
Spirituelle Elemente und diakonischer Aspekt
Mehr als 100 Jahre alt ist diese christliche Laienbewegung, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der Weltgebetstag der Frauen auch in Köln gefeiert. „Es ist immer wieder beeindruckend sich vorzustellen, dass in 150 Ländern am selben Tag das selbe gebetet wird“, beschrieb Pfarrerin Voss die Faszination dieser Bewegung. Das spirituelle Element habe große Bedeutung, aber auch der diakonische Aspekt sei nicht zu unterschätzen, so Voss. „Informiert beten und betend handeln“, so umschrieb sie die Kombination aus Gottesdienstordnung und umfassender Information über das jeweilige Land. Das führt jedes Mal zu stattlichen Kollekten, die im Anschluss an die Gottesdienste gesammelt werden. Seit 1975 hat das Deutsche Weltgebetstag-Komitee, das seinen Sitz in Stein bei Nürnberg hat, mehr als 5600 soziale Projekte in über 70 Ländern mit 53 Millionen Euro gefördert. Allein 2008 wurden 212 Projekte in 71 Ländern mit 2,7 Millionen Euro unterstützt. Und in Kamerun erhielten seit 1975 bereits mehr als 80 Projekte eine finanzielle Förderung in Höhe von knapp 920.000 Euro.
Informationen über Kamerun zum Auftakt
Informationen über Kamerun standen auch beim zentralen Gottesdienst in St. Gereon am Anfang. Über die frühere deutsche Kolonie in Ostafrika gab es erfreuliche Informationen wie eine Einschulungsquote von 79 Prozent und die Tatsache, dass das Miteinander der Konfessionen und Religionen sich friedlich gestaltet. Andere Zahlen jedoch machten betroffen: Etwa 40 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, Frauen haben trotz eines Gesetzes zur Gleichbehandlung nach wie vor weniger Zugang zu Bildung, Eigentum und politischer Freiheit. Die politischen Eliten des Landes zeigen wenig Neigung, notwendige Reformprozesse anzustoßen und zu unterstützen.
Hauptamtliche Unterstützung fehlt
Die Lebendigkeit der Kultur Kameruns steckte aber die Teilnehmenden des zentralen Gottesdienstes an. Bei allen Liedern standen sie auf und bewegten sich im Rhythmus der Musik. Für die sorgte ein Ensemble unter der Leitung der evangelischen Kirchenmusikerin Barbara Bannasch von der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Zollstock. Abwechselnd lasen Frauen die Passagen der Weltgebetstagsordnung mit ihren Lesungen, Gebeten und Fürbitten vor, gemeinsam sangen alle die Lieder. „Und morgen feiere ich in meiner Gemeinde“, kündigte Almuth Voss an, die bei aller Freude über die gelungene Vorbereitung einen Wermutstropfen nicht verschweigen wollte: „Mit Pfarrerin Christina Schlarp hatten wir früher eine hauptamtliche Unterstützerin für den Weltgebetstag der Frauen in Köln. Seit sie nicht mehr da ist, fehlt uns diese Unterstützung an allen Ecken und Enden.“
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