Neu: 84 Kitas in evangelischer Trägerschaft aus Köln und Region präsentieren sich erstmals auf einen Blick mit einer gemeinsamen Internetseite
18.11.2009
Dieses Vorhaben ist wahrhaft lutherisch und kann auch mit einem Luther-Wort in Szene gesetzt werden: „Mit jedem Kind, das Dir begegnet, ertappst du Gott auf frischer Tat.“ So gesehen, ist Gott in den evangelischen Kindertagesstätten Intensivtäter. Gelegenheit zur Tat hat er derzeit in 84 Kitas in evangelischer Trägerschaft auf dem Gebiet des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Elf Kitas befinden sich in Trägerschaft des Diakonischen Werks Köln und Region, vier in Trägerschaft der Christlichen Sozialhilfe, zwölf im Evangelischen Kindertagesstättenverband Köln-Nord, sieben im Evangelischen Kindertagesstätten- und Trägerverbund Köln-Südost, sieben in der Diakonie Michaelshoven GmbH, der Rest wird von den jeweiligen Kirchengemeinden getragen. Alle eint aber eins: Sie sind vertreten auf einer neuen Internetseite, die gerade eben freigeschaltet wurde:
www.diakonie-kitas.kirche-koeln.de
![]() | Stadtsuperintendent Rolf Domning (Mitte links) im Gespräch mit Pfarrer Wolfgang Graf, neben ihm Petra Beitzel |
Alle Basisinformationen auf einen Blick
Auf dieser Internetseite finden die Besucherinnen und Besucher alle Basisinformationen zu allen evangelischen Kitas in Köln und Umgebung. „Ich bin sehr froh, dass unsere Kirche auf diesem Gebiet weiterhin präsent ist“, sagte Stadtsuperintendent Rolf Domning bei der Vorstellung der neuen Seite. Er verwies darauf, dass die evangelische Kirche nicht zentralistisch verfasst sei und somit jede Gemeinde einen Kindergarten einrichten und tragen könne. Im Zuge des zunehmenden Kostendrucks arbeite man jedoch an Verbünden, die die Kosten pro Kita senkten.
Petra Beitzel, als Fachberaterin im Diakonischen Werk Köln und Region für die Kitas zuständig. stellte die neuen Internet-Seiten detailliert vor: „Man gelangt von der Startseite schnell zu den jeweiligen Einrichtungen. Eltern und Interessierte finden die Kontaktdaten, eventuell Fotos von der Einrichtung, Informationen zur jeweiligen Kita und, falls vorhanden, einen Link zur Internetseite der Tagesstätte.“
Kein "Traditionsabbruch" evangelischerKompetenz in Köln und Region
31 Prozent der Kirchensteuereinnahmen würden im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region für diakonische Zwecke aufgewendet. Domning verglich dieses hohe Quote mit dem „Traditionsabbruch in Amsterdam“, den er bei einem Besuch des Pfarrkonvents des Kirchenkreises Köln-Mitte erlebt hat: „Dort hat sich die evangelische Kirche aus diesen Bereichen nahezu komplett zurückgezogen. In Amsterdam arbeiten nur noch einige wenige Leute bei der Diakonie. In Köln und Umgebung sind es noch ungefähr 300.“
Was ist das "typisch Evangelische“ an einer evangelischen Kita?
Pfarrrer Wolfgang Graf verdeutlichte das“ typisch Evangelische“ an evangelischen Kitas mit einer Anekdote, die er schon oft erlebt hat: „Bist Du Gott?“ lautet die Frage, die er von den Kindern häufig in evangelischen Tagesstätten gestellt bekommt. „Das finde ich schön“, so Graf, „das bedeutet schließlich, dass die Kinder Gott in der Nähe der Menschen suchen.“ Damit sei schon einmal ein Unterschied zu nicht evangelischen Kitas aufgezeigt. Das Personal sei geschult und lasse sich auch durch die Frage „Wo ist denn jetzt die Oma?“, wenn die gerade gestorben sei, nicht aus der Ruhe bringen. Graf betonte auch die umfassende Wichtigkeit von Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung, wie sie das evangelische Menschenbild fordere.
Die frühe Förderung aller Dimensionen kindgerechter Bildung schließe in den Vollzug des Bildungsauftrages, „den wir als Träger durch den Staat bekommen, die sozialpädagogische, diakonische und religiöse Bildung mit ein. Die Haltung, mit der wir Menschen begegnen, fördert Bildungs- und Chancengerechtigkeit. Die Gemeinden als Träger bieten Orte, wo das vorbildhaft erfahren und gelebt werden kann.“
Das christliche Menschenbild: "...mit eigener Würde und eigenen Freiheiten"
Zwei Punkte stellte Graf heraus: „Bildung, umfassend und von Anfang an“ habe man sich auf die Fahnen geschrieben. Dabei stütze man sich auf die christlich geprägte Sozialpädagogik, deren Menschenbild sich daran orientiere, dass Gott die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen habe, also als Wesen mit eigener Würde und mit eigenen Freiheiten. Darüber hinaus wird Bildung in evangelischen Kitas umfassend als Persönlichkeitsbildung verstanden. Dazu gehört die Religiosität. „Die Ausgestaltung von religiösem Leben und Haltung in der Kita ist kein Wert, der für sich allein steht, sondern vor Ort Gestalt gewinnt.“ Dazu gehörten das Feiern der kirchlichen Feste im Jahreslauf. „Die dazu gehörenden Erklärungen bieten einen sinngebenden Hintergrund der Welt- und Selbsterklärung sowie der christlichen Wurzeln unser Gesellschaft.“
"Evangelisches Profil in Tageseinrichtungen für Kinder" ist das Referat von Pfarrer Wolfgang Graf überschrieben, in Gänze nachzulesen hier.
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