"Holt den Lukas nach Haus"! Die Erfolgsgeschichte geht weiter: 11.111 kostenlose Poldi-CDs des Südstadtchors werden bei den "Schull- und Veedelszöch" und in Kölner Szene-Kneipen verteilt



Dieser Artikel wurde am 12.02.2009 veröffentlicht.
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12.02.2009

Der Fußballgott, der "gefühlt" ja immer auf der Seite der anderen steht, hat ausnahmsweise mal die Kölnerinnen und Kölner glücklich gemacht: Prinz Poldi kehrt zurück von der Isar an den Rhein. Im Sommer wird der Köln-Heimkehrer Lukas Podolski mit Sicherheit messiasgleich von seinen Fans begrüßt werden. Ob beim Willkommensfest auch der Chor der evangelischen Lutherkirche aus der Südstadt auf der Bühne stehen wird?

Unklar bleibt, ob der Chor Anteil hatte an den erfolgreichen Bemühungen, den Nationalspieler nach Köln zurückzuholen. Die Sängerinnen und Sänger haben jedenfalls alles versucht: "Holt den Lukas nach Haus" ist der Titel des Liedes, mit dem der Chor einen Überraschungserfolg landete. Umjubelt war der Auftritt des Südstadtchors mit ihrem "Poldi-Song" bei der Premiere der Prots-Sitzung in der Bocklemünder Auferstehungskirche. Mörtter hatte da zwar den "Hennes" im Arm, aber eigentlich ist er dabei "nur" ein Chorsänger: Der Lied-Text stammt von der Alida Pisu, die als Autorin und aktives Lutherkirchen- und Chor-Mitglied in der Gemeinde ebensowenig fremd ist wie Kantor Thomas Frerichs, der die Musik dazu schrieb.

Der Chor der Lutherkirche feierte mit seinem "Poldi-Song" auch bei der diesjährigen Prots-Sitzung Erfolge... ganz rechts: Pfarrer Hans Mörtter.

Zahllose Medienanfragen gingen ein, seitdem ein Video des Liedes auf der Internetplattform youtube zu sehen ist. Mittlerweile haben schon über 35.000 Menschen den Film gesehen. Wer es noch nicht gesehen hat, hier ist es: http://de.youtube.com/user/suedstadtchorKoeln




Die Schöpferin des Textes, Alida Pisu (auf diesem Foto ganz links, hier bei der Prots-Sitzung), weiß, wie man das kölsche Hätz rührt: "Ein kölsches Hätz, das schlägt nicht in der Fremde, sehnt sich doch immer nur nach Köln zurück. Kommt, lasst uns aufsteh’n, reicht ihm Eure Hände, verhelft ’nem kölschen Jung zu seinem Glück", kommt sie gleich zu Beginn des Liedes auf das Anliegen der ganzen Stadt zu sprechen. Und in Verbindung mit der eingängigen Melodie von Frerichs ergibt sich ein Schlager, der durchaus Hitqualitäten in der rheinischen Hochburg des organisierten Frohsinns hat. Und das Lied lässt sich gänzlich unbefangen singen, seitdem klar ist, dass der "kölsche Jung" tatsächlich in seine wahre Heimat zurückkehrt.

11.111 kostenlose Poldi-CDs im Schul- und Veedelszoch
Schon seit einiger Zeit versucht Pfarrer Mörtter, einen Sponsor zu finden, um den "Poldi-Song" als CD zu produzieren. Ursprünglich wollte die Plattenfirma EMI die CD pressen, stieg dann aber wieder aus dem Projekt aus, weil die kölschen Karnevalsbands "Brings" und "Höhner" die Gunst der Session nutzen und ihrerseits mit Poldi-Liedern auf den Markt kommen wollten. "Da hat die EMI uns abgesagt mit dem Argument, dass man diese Künstler unter Vertrag habe", so Mörtter.

In letzter Sekunde kam Rettung: Der Vermittlung von Christoph Kuckelkorn, Geschäftsführender Vorstand des Festkomitees Kölner Karneval von 1823 e. V., sei es zu verdanken, sagt Mörtter, dass "wir am Karnevalssonntag 11.111 Poldi-CDs bei den Schull- und Veedelszöch kostenlos verteilen können". Ein kollegiales Telefonat Kuckelkorns mit Bernd Tschirschnitz (zur Zeit besser bekannt als "Bauer Bernd" im aktuellen Dreigestirn) habe genügt, um diesen von der Idee zu begeistern, berichtet Sigrid Krebs, Pressesprecherin des Festkomitees: "Gern hat der Zugleiter der 'Schull- und Veedelszöch' seine Zustimmung zur Verteilung der Tonträger über Schulgruppen im Zug erteilt!" Ausgedacht hatte sich die Aktion der Kölner Künstler Cornel Wachter.

"Nicht Kommerz, sondern Herz ist die Botschaft"
Jetzt muss alles schnell gehen: Der WDR "lässt die CD produzieren", teilt Mörtter weiter mit, der Song wird in "großer Besetzung" eingespielt, mit 80 Sängerinnen und Sängern und einer Big Band. Und für die Übernahme der Kosten war "blitzschnell ein Sponsor gefunden", besser gesagt: Der Pfarrer ließ seine Kontakte spielen - und fand Johannes Berglar, den Chef der Kölner Firma TURRIS Immobilien GmbH & Co. KG.

Die CD soll außerdem während der Session in vielen Kölner Szene-Kneipen kostenlos verteilt werden, denn: "Nicht Kommerz, sondern Herz ist die Botschaft", fasst Südstadt-Pfarrer Hans Mörtter die Aktion zusammen.



Text: Rahmann/AL
Foto(s): Rahmann

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